Jamie Cullum – The Pursuit

von Pynchon am 14. Dezember 2009

in Musik!

Wenn man sich Jamie Cullum als einen vielseitigen Musiker vorstellt, liegt man ganz sicher nicht daneben. Er selbst beschreibt sein neues, inzwischen fünftes Album „The Pursuit“ als Organismus mit einem Herz aus Jazz und der Haut, den Organen und Knochen aus Pop, Rock, Funk und Hip Hop. Zu seinen musikalischen Vorbildern zählt er unter anderem die zwei großen Kurts (Weill und Cobain), während die Spannbreite seiner Live-Auftritte von kleinen Bars zur Geburtstags-Party von Elizabeth der II., ihres Zeichens Queen, reicht. Jamie Cullum ist also auf nichts festzulegen, ausser vielleicht auf das Model und Roald Dahl-Enkelin Sophie, mit der er sich im Frühjahr – soviel Gossip darf ruhig sein – verlobt hat.

Der Opener „Just one of those things”unterstreicht schon einmal, dass Cullums Herz tatsächlich im Jazz-Takt schlägt, so offenkundig wie auf keinem anderen Stück des Albums. Eine sehr schöne, im Grunde zeitlose Hommage an Cole Porter mit furiosem Piano-Einsatz und schwungvoll trompetenden Bläsern, die man sich auch gut im Soundtrack einer verspielten Woody Allen-Komödie vorstellen könnte. Die jazzige Pop-Nummer „I´m all over it now“ überzeugt mit einem vielstimmigen Refrain und einer souverän vorgetragenen Lässigkeit. Überhaupt wirkt das gesamte Album ziemlich abgeklärt, da Cullum erstens ein erfahrener und hochbegabter Musiker ist, und das andererseits auch nur zu gut selbst weiss. Ins Negative gekehrt, beschleicht mich beim Hören dann und wann auch ein wenig die Langeweile der musealen Kunstbetrachtung, alles schön und makellos, aber bisweilen auch etwas zu sehr routinierte Fingerübung eines in der Presse umjubelten „Wunderkinds“.

Was alles nichts daran ändern kann, dass Cullum eine Reihe starker Songs gelungen sind, die eher für den Weinbrand-geschwengten Hochgenuss, auf der Chaiselongue drapiert, geeignet sind als für die schummerige Tanzflächen-Ausgelassenheit. Dennoch kann man kaum verhindern, dass bei flott rhytmisierten Stücken wie „Don´t stop the music“ oder dem finale furioso „Music is through“ der Fuß beschwingt mitwippt. Ein gute Laune-Album also, darf ja auch mal sein, zur Abwechslung.

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Jamie Cullum – The Pursuit

von Pynchon am 23. November 2009

in Musik!

Jamie Cullum – The Pursuit

Wenn man sich Jamie Cullum als einen vielseitigen Musiker vorstellt, liegt man ganz sicher nicht daneben. Er selbst beschreibt sein neues, inzwischen fünftes Album „The Pursuit“ als Organismus mit einem Herz aus Jazz und der Haut, den Organen und Knochen aus Pop, Rock, Funk und Hip Hop. Zu seinen musikalischen Vorbildern zählt er unter anderem die zwei großen Kurts (Weill und Cobain), während die Spannbreite seiner Live-Auftritte von kleinen Bars zur Geburtstags-Party von Elizabeth der II., ihres Zeichens Queen, reicht. Jamie Cullum ist also auf nichts festzulegen, ausser vielleicht auf das Model und Roald Dahl-Enkelin Sophie, mit der er sich im Frühjahr – soviel Gossip darf ruhig sein – verlobt hat.

Der Opener „Just one of those things”unterstreicht schon einmal, dass Cullums Herz tatsächlich im Jazz-Takt schlägt, so offenkundig wie auf keinem anderen Stück des Albums. Eine sehr schöne, im Grunde zeitlose Hommage an Cole Porter mit furiosem Piano-Einsatz und schwungvoll trompetenden Bläsern, die man sich auch gut im Soundtrack einer verspielten Woody Allen-Komödie vorstellen könnte. Die jazzige Pop-Nummer „I´m all over it now“ überzeugt mit einem vielstimmigen Refrain und einer souverän vorgetragenen Lässigkeit. Überhaupt wirkt das gesamte Album ziemlich abgeklärt, da Cullum erstens ein erfahrener und hochbegabter Musiker ist, und das andererseits auch nur zu gut selbst weiss. Ins Negative gekehrt, beschleicht mich beim Hören dann und wann auch ein wenig die Langeweile der musealen Kunstbetrachtung, alles schön und makellos, aber bisweilen auch etwas zu sehr routinierte Fingerübung eines in der Presse umjubelten „Wunderkinds“.

Was alles nichts daran ändern kann, dass Cullum eine Reihe starker Songs gelungen sind, die eher für den Weinbrand-geschwengten Hochgenuss, auf der Chaiselongue drapiert, geeignet sind als für die schummerige Tanzflächen-Ausgelassenheit. Dennoch kann man kaum verhindern, dass bei flott rhytmisierten Stücken wie „Don´t stop the music“ oder dem finale furioso „Music is through“ der Fuß beschwingt mitwippt. Ein gute Laune-Album also, darf ja auch mal sein, zur Abwechslung.

Share Button

{ 0 Kommentare… add one now }

Previous post:

Next post: