Jamaica – No Problem

von Pynchon am 30. September 2010

in Musik!

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Mit einem 70s-Led Zeppelin-Gitarrenriff startet das französische Duo von Jamaica in sein Debütalbum, grundsätzlich no problem, aber ich bin dann doch erleichtert, dass ich nicht in eine Retro-Hommage-Nummer reingezogen werde, sondern sich ein temporeich-dreckiges Stück Indierock mit ein paar modischen Verfremdungseffekten entwickelt. Damit hat sich auch meine Besorgnis erledigt, ein Reggae-Album besprechen zu müssen.

Wenn der nächste Song „I think I like U 2“ mit euphorisch-poppigem Gitarrenriff tanzkompatibel eröffnet, bin ich sofort geneigt zu antworten: „I don’t, but I do like you“. So etwas zu sagen wie „die hören sich gar nicht französisch an“ ist natürlich reichlich blöde, denn Franzosen schmettern ja nicht zwanghaft Chansons, aber sie hören sich tatsächlich ziemlich britisch an. In etwa also wie Phoenix (die Vorzeige-Briten, äh…), vielleicht etwas rockiger, aber ebenso euphorisch im Vortrag. Einzelne Songs wie „Jericho“ oder „Gentleman“ spulen sie zwar etwas zu widerstandslos und glatt runter, aber mit „The Outsider“ und seinem Rhythmus, den man nicht anders als mit dem abgegriffenen Attribut „treibend“ umschreiben kann, haben Jamaica mich wieder auf ihrer Seite.

Zwischen poppigen Bubble Gum-Melodien und dreckigen Rock-Riffs pendelnd, ist „No Problem“ vor allem das Werk hedonistischer Freude am Musizieren, und das steckt durchaus an.

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{ 2 Kommentare… read them below or add one }

1 Hififi September 30, 2010 um 20:42 Uhr

Eindeutig die meisten Anführungen, die ich jemals in einer Rezension gesehen habe!

2 Pynchon Oktober 2, 2010 um 19:14 Uhr

…aber immerhin an den richtigen Stellen, hoffe ich!
😉

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