Jakob Dylan – Seeing Things

von am 24. Juli 2008

in Musik!

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Es war Anfang 2007 da wurde Jakob Dylan von einem großen Fan seines berühmten Daddys gefragt, „Du Jakob, was macht deine Band eigentlich, wenn der Strom ausfällt“. Woraufhin er erwidert haben soll, „na Feierabend!“. Das nahm er dann wohl zum Anlass einmal seinen Sound zu überdenken und zur bisher von ihm ungeliebten akkustischen Gitarre zu greifen um ein paar Songs aufzunehmen. Die Ergebnisse gefielen ihm so sehr, dass er nun sein erstes Soloalbum nach 18 Jahren mit den Wallflowers veröffentlicht.

Schöne Geschichte. Dass Jakob Dylan’s Soloalbum „Seeing Things“ dann wirklich eine ganz neue Ebene in seiner musikalischen Ausrichtung bedeutet sieht man nun auch schon daran, dass er sich nicht länger hinter einem Bandnamen versteckt, sondern zulässt, dass jener überlebensgroße Name „Dylan“, der ihm in seiner Karriere vermutlich mehr als einmal hinderlich war, nun auf dem Cover prangen darf. Wie auch all seine Alben mit den Wallflowers, haben auch die nun aufgenommenen Songs wenig mit dem Schaffen seines Vaters zu tun. Solo klingt Jakob Dylan nach Bruce Springsteen auf seinen größten Alben „The Ghost of Tom Joad“ und „Nebrasca“ und seinen Vorbildern Neil Young und Neil Diamond, deren Musik er immer der seines Vaters vorzog. So wundert es dann auch nicht, dass er sich Rick Rubin als Produzenten ins Studio holte, der schon mit Johnny Cash, Neil Young und Neil Diamond aufnahm. Das Ergebnis ist ein ruhiges Songwriteralbum in bester Springsteen / Neil Young Manier, getragen vom sanften Gitarrenspiel Dylan’s und seiner entspannt coolen Stimme. Eben schöner typisch amerikanischer Singer / Songwriter Folksound, den zuletzt Bruce Springsteen auf „Devils & Dust“ so schön eingefangen hat. Wir lernen, auch Jakob Dylan versteht sich auf ruhigere Klänge. Das wirkt fast auf dem gesamten Album sehr überzeugend, nur wenn er die amerikanischen Themen aufgreift, die auch seine Vorbilder so fesselnd erzählt haben, eben die Tristesse des Landlebens oder den harten Arbeitsalltag in amerikanischen Kleinstädten, wo Mütter in Doppelschichten arbeiten, um ihre Familien zu ernähren, kauft man ihm das nur schwerlich ab, besonders weil er hier die Ich-Perspektive wählt – es wirkt eben aufgesetzt, wenn der Sohn von Bob Dylan vom Leid der Arbeiterschicht erzählt, auch wenn er es ernst meint, da er weit entfernt davon und wohl behütet aufgewachsen ist. Aber auch nur eine kleine Kritik an einem schönen Album.

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