J. Tillman – Year in the Kingdom

von Pynchon am 4. Oktober 2009

in Musik!

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Laut Pressetext bereits J. Tillmans sechstes Album, ist “Year of the Kingdom” eine Art musikalischer Meditation “for the few who allow themselves to listen with an open heart”.

Alles klar, Erlaubnis an mißtrauisches Herz zum Sich-Öffnen erteilt, Scheibe eingeworfen und gelauscht:

J. Tillman ist ein Vertreter der Schar an Singer-Songwritern, die sich mit einfühlsam dargebotenen Stücken an jene Hörerinnen und Hörer wenden, die es sich gern beim Kaminfeuer auf dem Sofa behaglich machen und seufzend dahinschmachten, während Tillmans waidwunde Stimme aus den Boxen haucht, beinahe zu fragil, um nicht an den harten Gegebenheiten der Welt da draußen Schaden zu nehmen. Die Gitarre wird dazu zart gezupft, ein Banjo wird getätschelt und im Hintergrund – verhöre ich mich da? – scheint eine Harfe zu erklingen, in Stück „Howling Light“.

Danach bin ich – Schande über mich – erst einmal eingeschlafen. Switche dann jedoch pflichtbewusst zum Lied Nr. 5 zurück, denn dort bis dorthin bin ich gekommen, um zu verfolgen, was noch so geboten wird. Der Song heisst „Though I have wronged you“, und darin wird eine Gitarre gezupft, ganz sachte, eine waidwunde Stimme säuselt mir ins Ohr und – hoppla, das ist neu – im Hintergrund klatscht jemand vorsichtig in die Hände, aber ganz sachte. Immerhin, mal ne Abwechslung!

In „Age of Man“ lässt es Tillman dann mal etwas ruhiger angehen. Eine gefühlsselige Ballade, melancholisch vorgetragen, zarte Klänge im Hintergrund.

Abgerundet wird „Year of Kingdom“ mit drei Songs, die man grob in die Kategorie „gitarrenlastige Herzschmerz-Ballade“ einordnen könnte. Tillmans Stimme ist diesmal zur Abwechslung höchst zart und fragil, trägt schwer an der harten Welt da draußen. So heisst ein Stück auch „There is no good in me“ (nana, jetzt mal nicht zu hart mit sich ins Gericht gehen, denn eigentlich ist er bestimmt ein guter Kerl, ohne Zweifel). Auch in „Marked in the valley“ klagt es melancholisch, eigentlich fast egal warum und weshalb, denn Tillmans Stimme ist so fragil und die Gitarre klampft so zart, dass es ja fast schon zu viel des Guten ist.

Den Abschluss bildet „Light of the Living“, wirklich wunderschön. Und ein Piano, Tasten werden vorsichtig angestupst. So zart und fragil diesmal. Aber nun gehe ich Schlafen.

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