J. Tillman – Vacilando Territory Blues

von Sterereo am 21. Januar 2009

in Musik!

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Das konnte er sich wohl nicht verkneifen. Wie ein musikalischer Querverweis beginnt Josh Tillman – selbst Teil des Fleet Foxes-Chors – sein Soloalbum mit deren Markenzeichen, dem typischen Kirchengesang. Abseits seiner Band entpuppt sich der Fleet Foxes-Drummer mit sehnsüchtiger Stimme jedoch eher als klassischer Folk-Singer/Songwriter.

Mit seiner Gitarre hat es Josh Tillman nicht geschafft so richtig in die Suchscheinwerfer der Öffentlichkeit zu geraten. Denn wo die Fleet Foxes mit kirchlichen Folkklängen ein Flächenfeuer der Begeisterung legten, knistert bei Josh Tillman lediglich das Lagerfeuer einer Winterhütte. Eine abgespeckte Version der Hauptband schon fast, zwar ist Josh nicht alleine, aber dennoch leiser und bedächtiger. Daran krankt sein Konzept von beruhigender Stimme und spärlicher Instrumentenbegleitung leider etwas, denn gesteckte Erwartungen werden nicht erfüllt und sollen es vermutlich auch nicht. Dafür wagt es J. Tillman zu selten aus seiner – auf Albumlänge gesehen – einlullenden Geschwindigkeit auszubrechen.

Trotzdem schafft er stellenweise einen herzergreifend spröden Folk, transportiert durch eben diese Gemächlichkeit. Hier und da funkelt der Blues durch seine Stimme und träufelt einen fast altklugen Weltschmerz in die Songs. Dann wird einem klar, hier zollt ein Vollblutmusiker der Musik seinem Tribut. Denn auch die Erfolglosigkeit seiner vorangegangenen vier (!) Soloalben konnten ihn in seiner schleppenden Musikerkarriere nicht niederzwingen. Jetzt kommen bessere Zeiten, denn soebend ist er mit Fleet Foxes an der Sonnenseite angekommen, doch schon stellt er sein Soloschaffen damit in seinen eigenen Schatten.

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