Isobel Campbell & Mark Lanegan – Sunday at Devil Dirt

von Benjamin am 3. Mai 2008

in Musik!

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Mark Lanegan hat diese Stimme, der ich stundenlang zuhören könnte. Isobel Campbells Organ ist auch toll, aber irgendwann nervt mich ihr Gesang. Die erste Zusammenarbeit der beiden Ausnahmekönner hat dann auch den Nachteil, dass ich das Album je nach Hörsituation anstrengend finde (Insgesamt finde ich es aber nach wie vor sehr gut). „Sunday at Devil Dirt“ ist ein wenig anders geworden. Die beiden Stimmen werden nicht mehr so häufig als Gegensätze dargestellt, sondern meistens steht Lanegans Gesang im Vordergrund und Campbells tänzelt drumherum oder schmiegt sich an.

Wie schon beim ersten Album hat Isobel Campbell fast alle Songs geschrieben, bei einem holt sie sich Unterstützung der Glasgower Musiklegende Jim McCulloch, ein Song stammt komplett aus seiner Feder. Überraschend gut tut dem Album, dass es nicht mehr auf den Teufel vs. Engel Gegensatz setzt. Isobel Campbell hat ihr Songwriting verfeinert und es entstehen nicht nur düstere Folk-Songs, sondern man hört auch mal Jazz-Einflüsse oder Blues. Und die Leadstimme im „Shotgun Blues“ stammt nicht von Lanegan und Campbell gibt hier nicht die verzückte Elfe. Er steht ihr gut, der Blues.

Ohne Frage steht aber Lanegans Gesang im Vordergrund der Songs. Mal gibt er den Tom Waits („Back Burner“), mal den einfühlsamen Folkbarden („Keep in mind, Sweetheart“) oder – wie in „The Raven“ – den Johnny Cash. Es ist beeindruckend, was er mit seiner Stimme macht, aber ebenso beeindruckend ist das Songwriting. Es wäre für beide ein leichtes Spiel gewesen, den eingeschlagenen Weg fortzuführen und das Spiel mit den Gegensätzen zu intensivieren. Sie haben es nicht getan und so bleiben die Songs auch nach dem x-ten Hören noch spannend. Gelungenes Album!

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