Isobel Campbell & Mark Lanegan – Ballad Of The Broken Seas

von Benjamin am 14. März 2006

in Musik!

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Isobel Campbell sang früher bei Belle and Sebastian, Mark Lanegan bei den Screaming Trees. Sie hat eine glockenhelle sympathische Kuschelpopstimme und er eine tiefe verrauchte und whiskeygetränkte Stimme, die bisher im Rock und im Blues geglänzt hat. Einigen können sich die beiden auf Country, Folk und ruhige Bluesstücke.

Die Vocals der zwölf Balladen der gebrochenen Meere werden mal im Duett oder auch einzelnen vorgetragen. Wodurch eine sehr gesunde Mischung entsteht: Campbells Stimme sorgt für einen versöhnlichen Popklang – die Platte eignet sich somit auch als Kuschelhintergrundsmusik. Lanegans Stimme ist aber immer so männlich tief, dass das ganze nie in Zuckerwatte und Kitsch abrutschen kann. Und genau diese Spannung wird auch schon auf dem Cover deutlich: die schöne Blondine steht vor dem Spiegel, wuschelt sich nochmal durch die Haare bevor es in die Stadt geht, während der langhaarige Typ im Hintergrund mit Schuhen (!) auf dem Bett liegt, ein Buch in der Hand hält und verstohlen zu ihr rüberguckt.

Erwähnenswerte Songs sind vor allem jene, welche von Beziehungen zwischen Männern und Frauen handeln: „The False Husband“ besticht durch einen psychedelischen Teil, in dem Lanegan nur die Textzeilen „where have you been my darling, where have you been my friend“ wiederholt und einem mit klassichen Streichern unterlegtem Gesangspart Campells, die sich im Verlauf des Liedes mischen. Bei „(Do you wanna) come walk with me“ hört man sehr deutlich, dass Isobel Campell (aus ihrer Feder stammen die meisten Songs) Johnny Cashs „American Recordings“ liebt. Ein bisschen Country kann nie schaden, das hat man sich woch auch bei der Auswahl der Coverversion gedacht: Hank Williams „Ramblin‘ Man“. Insgesamt ist das Album eine runde Sache zwischen düsteren Einflüssen, Pop, Blues, Country und Folk. Manchmal hat man auch das Gefühl Campells schottische Heimat rauszuhören, aber das kann man auch unter Folk verbuchen, deshalb sei das nur am Rande und am Schluss erwähnt.

Fazit: Quasi DAS Album um auf den Frühling zu warten: Einige Sonnenstrahlen sind schon da, die Tage werden länger, aber die Finsternis und Kälte des Winters will noch nicht weichen. Da wärmt man sich dann am Kaminfeuer und hört „Ballads of the broken Seas“.

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