iO – For The Masses

von Sterereo am 4. August 2008

in Musik!

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Rage Against The Maschine treten wie der Phoenix aus der Comeback-Asche und vor alt eingesessenen Polit-Crossover-IG-Metallern auf. Auch die Überreste von den unsäglichen, aber beachtlich erfolgreichen, Guano Apes wollen es ohne die abgehobene Sandra noch mal wissen. Ebenfalls mit poltischen Texten, die jetzt der soulige Ami Charles Simmons schmettert.

Doch schon das Album-Artwork lässt ganz ganz (ganz!) schlimmes erahnen. Fiese Narbe, Blut auf dem Kik-Unterhemd und die Guano Apes-Kapelle im Göttinger Mafia-Outfit. Sie meinen es anscheinend ernst. Schade nur, dass sie den ersten Knall des Albums mit verzichtbarem Einzählen vergeuden. Doch dann preschen sie nach vorne. Gitarren und Bassläufe erinnern positiv an Crossover-Bekannte wie Sevendust. Wenig später sticht Charles angenehm soulige Stimme heraus. Gesungen werden Hinweise auf’s hinhören: „HipHop now is (…) all about bling-bling/don’t you have something interesting to say?“ Habt ihr denn? Hören wir also genauer hin. Leider fällt als erstes auf, dass der Opener mit den Worten „It’s gotta mean something“ endet und unglücklicher Weise der Folgetitel „Don’t Mean Nothing“ heißt. Nicht so viel Aussage auf einmal! Aber immerhin verkneifen sie sich textliche Peinlichkeiten wie den erektionshemmenden Guano Apes-Hit „Dödel up!“. Dafür bleibt es bei plakativ-politischen Aufforderungen („Fight Back“) und Bush-Seitenhiebe („Legacy“). Totalausfälle wie „Attention“ sollten besser nicht beachtet werden, doch sie stören extrem. Etwas besser, wenn auch für’s Radio glatt gebügelt, ist die Power-Ballade „In You“. Hier kann Simmons sein Organ voll ausspielen, so wie später beim Duett mit Landsfrau Kim Sanders während „Last To Know“.

Sein Lebensmotto lautet nach Band-Homepage „Nur weil du es kannst heisst (sic!) nicht, dass du es sollst“. Was iO können, sind eingängige und energische Elemente in ihrer Musik zu erzwingen. Allerdings sollten sie es lassen ihr Album mit halbgaren Lückenfüllern zu unterwandern, die ausgediente 90er-Crossover-Attitüde ist streckenweise anstrengend genug.

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