Interpol – Antics

von Hififi am 4. September 2005

in Musik!

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Die Einen werden behaupten Interpol würden stagnieren und meinen es abwertend, die Anderen sind heilfroh darüber, dass es zugegebenermaßen durchaus zutrifft. Vielleicht besteht der Konsenz darin, zu sagen, sie würden eben dieses auf einem sehr hohen Niveau.

Eins voran: „Antics“ ist ein würdiger Nachfolger für „Turn On The Bright Lights“! Kein Wunder, da fast alles beim alten geblieben ist; die typischen Indie-Gitarren schrammeln sirenenhaft unterkühlt, Paul Banks zelebriert sein unnahbares Timbre, nur die Rhytmusfraktion spielt sich ein wenig mehr in den Vordergrund, sehr zum Vorteil der songimmanenten Grooves. An dieser Stelle wäre es wohl an der Zeit einen dieser Joy Division-Vergleiche anzuführen. Mir ist durchaus bewusst, dass sie wohl so klingen mögen, kenne Joy Division aber viel zu wenig, um mitreden zu können. Die Frage ist aber eher, ob man will, da Interpol zu eigenständig daherkommen, als dass die Notwendigkeit bestünde, groß Vergleiche anzustellen.

Gleich wenn die ersten Klänge des Openers „Next Exit“ ertönen, huschen einem die ersten kalten Schauer über den Rücken. Abgründig kommt die Orgelmelodie daher, die das Fundament für einen eher ruhigen Interpol-Song legt, eine Melodie die einen träumen lässt, aber gleichzeitig vor Weltschmerz und Traurigkeit aufzuschreien scheint. Mit Sicherheit das erste Highlight des Albums. Und um gleich zum absoluten Highlight überzugehen, befindet sich mit „Length Of Love“ einer der besten Songs auf dieser Platte. Irgendwo in der unendliche Weite des Raumes kommt ein Gitarrenriff auf dich zu, erst der pumpende Bass erdet es wieder, um mit dem Schlagzeug zu verschmelzen und dich fassungslos zurücklässt. Dann setzt Paul Banks Gesang ein, um eine Sehnsucht am Rande des Abgrundes in die Hörer zu pflanzen, die er sich selbst aus dem Herzen geschnitten zu haben scheint. In „Length Of Love“ auf „Antics“ vereinen sich alle oben angeführten Interpol-Attribute zu einem großen Ganzen und schicken den Song direkt in den Indie-Himmel. Danach kann nichts mehr kommen. Abschließend nur noch „A Time To Be So Small“, einer der anderen großen Songs; zehn Songs die New York zum Zentrum der Erde machen, wenn Interpol auf der Erde zu hause wären.

R.E.M. coverten kürzlich „NYC“, und jeder der behauptet Michael Stipe könnte irren, begeht sowieso Blasphemie.

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{ 2 Kommentare… read them below or add one }

1 RockinBen November 19, 2005 um 21:34 Uhr

Nach anfänglichen SChwierigkeiten: Das Album entwickelt sich, wird immer größer! 10 von 12 Punkten, wenn ich Visions-Maßstäbe anläge!

2 Sterereo November 20, 2005 um 14:12 Uhr

Schreit das nach einer Bewertungsmöglichkeit hier auf der Seite? 🙂

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