Ingrid Michaelson – Girls And Boys

von Honk am 9. Dezember 2008

in Musik!

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Fast wäre uns die 29-jährige Künstlerin aus den USA entgangen, schließlich wollte Ingrid Michaelson ursprünglich Schauspielerin werden. Das Theaterstudium hatte sie schon in der Tasche, doch brachte ihr der Broadway kein Glück. „Bei den Auditions bist du eine von tausenden Bewerbern, von denen viele vermutlich noch talentierter sind oder besser aussehen als du“, sagt sie. Da ist es fast schon Ironie des Schicksals, dass ihr der Durchbruch in den USA dank der TV-Serie „Grey´s Anatomy“ gelang, in der einige ihrer Songs gespielt wurden. Ob sie sich allerdings mit dem Musikgeschäft ein besseres Gewerbe ausgesucht hat, ist fraglich. Gerade in der musikalisch recht innovationsarmen Kategorie „Das Mädchen mit der Gitarre“, in die ich sie jetzt einfach mal reinpresse, gibt es viele Bewerberinnen, die um die Gunst des Zuhörers buhlen. Die Faszination des Neuen, die frische unverbrauchte Stimme und Persönlichkeit lässt sie am Pophimmel aber doch erstrahlen, um dann mit steigendem Bekanntheitsgrad mehr oder weniger schnell zu verblassen. Ob Ingrid Michaelson dieses bekannte Schicksal teilen wird steht auf einem anderen Blatt. Hier und jetzt dreht sich ihr Album „Girls And Boys“ in meinem Abspielgerät und von den zuckersüßen Folk-Pop-Songs geht eben diese Faszination aus, die sie schon in den USA zum Shootingstar gemacht hat.

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1 Sterereo Dezember 9, 2008 um 22:41 Uhr

Naja, das Mädchen mit der Gitarre – da muss ich immer an Singer/Songwritertum, wie jüngst bei Laura Marling denken. Aber wenn ich mir jetzt alleine den Opener „Alone“ von „Girls And Boys“ anhöre, der mit E-Gitarren schön nach vorne geht fühle ich mich hier stimmlich und musikalisch eher bei The Cardigans abgeholt. Auch würd ich nicht unbedingt von unverbrauchter, frischer Stimme sprechen, wie das vielleicht bei der nöhligen Kate Nash der Fall war. Auch Frauen wie Leslie Feist transportieren da unweigerlich mehr Markenzeichen in der Stimme. Das macht aber gar nichts. Das Album ist ein sehr vielseitiges Hit-Album. Die ruhigen Songs, die überwiegen, sind da tatsächlich fast folkig („The Way I Am“) oder werden zu Balladen arrangiert, die im Refrain befremdlich nach Kate Bush klingen („Corner Of Your Heart“). Kritisch zu sehen ist häufig die unbeschwerte Leichtigkeit der seichten Popmelodien (allen voran „Masochist“). Dann aber wieder klappt diese Gradwanderung, wie bei „The Hat“. Ein schöner Song, mit morrisettischem Überschlag in der Stimme. Die sich bekanntlich auch irgendwo zwischen Folk und Pop tummelt. Isn’t this ironic?

2 Honk Dezember 11, 2008 um 15:21 Uhr

Zugegeben „das Mädchen mit der Gitarre“ verleitet zu der Annahme das das Album nur aus Gesang und einer Gitarre besteht. Da hab ich wohl auf unzulässige weise verkürzt. Das sie eine Singer/Songwriterin ist, daran besteht kein Zweifel.

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