Infight – The Discoland E.P.

von Pynchon am 30. März 2010

in Musik!

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Mit einer zunächst mal recht überraschenden Mischung aus Discomusik und Hinterhof-Punkrock stellen sich die vier Herrschaften Shorty McPimp, Johnny No-Star, Doc Crisis und Captain Zorkon alias Infight aus Freiburg vor. Recht entwaffnend beschreiben sie sich auf ihrer Homepage selbst: „Mehr Charakter als Demi Moore in Striptease …mehr Rockstar Klischees als in allen Groupies dieser Welt.“ Es ist diese Selbstironie und ein ursprünglicher Spaß am eklektischen Zusammenwürfeln verschiedener Genres, die aus Infight tatsächlich eine interessante, wenn auch nicht übermäßig begabte Punk-Band macht, die durchaus Spaß macht. Dabei wird mit Elektro-Sounds experimentiert, manche Synthie-Klänge reingemixt, dazu die Gitarre gequält und das Schlagzeug bearbeitet, wie sich das für eine anständige Punkband, aus der mal was werden will, auch gehört.

Die fünf Stück starke EP dröhnt zu Anfang mit dem Opener „No Fitting“ so tanzflächenmäßig aufgepimpt aus den Boxen, dass ich mich vergewissern muß, nicht etwa La Roux eingelegt zu haben, schwängt dann jedoch mit Gitarrenriff und etwas hingequältem Gesang Richtung klassischem Rock um inklusive überraschend konventionellem Refrain. Das Versprechen aus der Homepage-Selbstbeschreibung, einen Sänger mit „Fünf-Dosenbier-und-drei-Schachteln-Kippen-Stimme“ in petto zu haben, können Infight jedoch nicht einlösen. Für mich hört sich das eher danach an, aus einer dünnen Gymnasiasten-Stimme mit ungeheurer Anstrengung doch etwas charakteristisch Abgebrühtes zu zaubern.

Sehr schön ist der Song „Shoot Shoot Shoot“, bei dem Synthies und Gitarrenriffs sehr eingängig rüberkommen. Überhaupt haben Infight eine recht sympathische, gut hörbare Kollektion zusammengestellt, aus der vor allem der Spaß am gemeinsamen Musizieren hervorsticht.

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