Immanu El – Moen

von Benjamin am 8. Januar 2010

in Musik!

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Was letztens bei Do Make Say Think im Positiven Thema war, das Hinzufügen von Stimmen als Klangobjekt im Post-Rock, ist nun bei Immanu El’s neuem Album „Moen“ ein deutliches Defizit. Wenn auch nicht immer, so merkt man doch, dass sich hier Altes und Neues auf auslöschende Art und Weise vermischt. Geschichten der Musik und Geschichten der Stimme streiten sich um das Vorrecht in den neuen Songs. Selten einmal gelingt es, das fruchtbar zu verschmelzen. Wenn man den Gesang ganz „normal“ in die Songs mit herein nimmt, dann muss man das auch wirklich können, sprich: man schreibt Strophen und Refrains, man kann alles an Melodien wiedererkennen, so dass Immanu El manchmal hier wie Kollegen Coldplay und Snow Patrol klingen. Gekonnt würden sich Stimme und Musik zu einem geschwollenen Gipfel vereinen, hier wird aber eher alles glattgebügelt, so dass weder besonders tolle Musikstücke noch besonders gute Gesangspassagen hervortreten. Ist ja auch müßig, immer wieder solche Vergleiche wie Coldplay oder Snow Patrol herauszukramen, aber es gibt ein bestimmtes Schema, nach dem mit Gitarren softe Pop-Rock-Songs geschrieben werden. Und das wird hier bei Immanu El verwendet. Post-Rock hatte sich ja gerade aufgemacht, diesen Gitarren-Stimmen-Pop aufzubrechen, und der wird nun aufgrund von immer langweiliger werdenden Post-Rock-Alben wieder neu geschmiedet, auf eben solchen Alben wie „Moen“. Beim Aufbrechen kann man alles deutlicher erkennen, sowohl Musik als auch Stimme (wenn spärlich und punktuell eingesetzt) wird wieder eindringlicher. Auch die Produktion klingt ein wenig kraftlos und unentschieden. So bleibt unterm Strich leider nur ein unterdurchschnittliches Album übrig, das den Fehler begangen hat, sich in einer Wiederbelebung des Post-Rock zu üben, der aber nur eine Art Frankensteinsches Monster aus alten Teilen des vom Post-Rock zurückgelassenen Rock und dem neuen Soft-Gitarren-Rock ist.

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