Ikaria – Repair my history

von Benjamin am 29. April 2009

in Musik!

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Ikaria kommen aus Berlin, könnten aber genauso gut aus Weilheim kommen. Ja, sie hören sich ein wenig so an wie The Notwist auf dem Neon Golden Album. Sie bieten also feinsten Indie-Pop voller Melodien, elektronischen und organischen Instrumenten, Rauschen, Fiepen, Beats. Alles relativ gelassen, könnte aber ungeduldige Hörer langweilen.

Schon der Opener „Ease“ begrüßt den Hörer mit Synthie-Rauschen und ein wenig elektronischer Kulisse bevor mit dem Einsetzen von Gitarre, Schlagzeug, Bass auch Sänger Hendrik Schäfer loslegt. Ruhig und getragen wirkt der Song. Der zweite Song „to give“ kommt anscheinend ohne weitere Keyboards aus. Interessant hier: ein mehrstimmiger Kanon im Mittelteil des Songs. In den ersten beiden Songs wird aber auch direkt das Problem deutlich: es fehlt gelegentlich die Textzeile, die im Ohr hängen bleibt, die Gitarrenmelodie, die den Hörer fesselt. Man muss sich drauf einlassen. Aber wenn man eben genau das tut, dann laufen Filme im Kopf, man fühlt sich entspannt. Aufwühlen können Ikaria aber auch: Wie bei „tenable sedation“, wenn die Musik ein wenig gehetzt wirkt und die Zeile „I need a break“ den Text bestimmt. Die Pause bieten Ikaria beim entspannten „Perpetual“, da wird es wieder ruhiger. „Non-intrusive“ baut sich in den über acht Minuten langsam auf. Wenn Anspannung beruhigen kann und man diesen Zustand vertonen kann, dann ist hier der erste mir bekannte gelungene Versuch. Die restlichen Songs des 8-Track-Albums (keine Sorge, die 40min Spielzeit werden erreicht) sind ebenso ruhiger, feiner Indie-Pop wie auf dem gesamten Album. Gibt man dem Album ein bisschen Zeit, dann kann man viel Schönes entdecken. Und es lohnt sich.

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