Igorrr – Nostril

von Pynchon am 19. Januar 2011

in Musik!

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Eigentlich tut die Beschreibung eines Covers ja in einer Musik-Rezi nicht viel zur Sache, aber hier kann ich nicht widerstehen: Eine nackte, stark behaarte und skurril deformierte männliche Gestalt, die mich an den alten Klassiker „Freaks“ von Tod Browning erinnert und irgendwie auch an den Elefantenmenschen, zumindest aber an nichts Menschliches, was einem beim Lebensmitteleinkauf im Supermarkt um die Ecke begegnen dürfte/sollte/möge, dieses arme Wesen streichelt also einen auf seinem Schoß sitzenden kleinen Pudel…seltsam!

Die Musik ist allerdings noch viel seltsamer. Hängt aber auch damit zusammen, dass ich es offenbar mit einer Noise-Core Geschichte zu tun habe, wobei ich mir nicht gänzlich klar darüber bin, was ich da eigentlich höre. Aus meinen Lautsprechern dröhnt, ich kann es kaum anders beschreiben, eine Art klanglicher Holocaust, ein Kreischen, Zirpen, Scheppern, Dröhnen, jemand schreit, eine beschwingte Country-Nummer setzt kurz an und wird von zersägten Trompeten abgewürgt, dann ist das Stück vorbei und eine Art Jahrmarkt-Nummer beginnt, wird von elektronischen Gewalttätigkeiten zur Strecke gebracht, ein Bass hämmert maschinengewehrartig los, wird von völlig wahnsinnigem Wehklagen (untermalt von einer Kirchenorgelpassage) abgelöst, das aus den finsteren Tiefen des Fegefeuers hinauf dröhnt…und ab da wird es etwas unübersichtlich.

Vielleicht hätte ich schon vorgewarnt sein sollen, denn mal abgesehen von dem Cover, wer nennt sich bitteschön Igorrr mit drei r? Spontan kommt mir da, inspiriert von den Geräuschen, die mein CD-Player herauswürgt, der bucklige Diener des verrückten Sex-Forschers Dr. Bernardo aus Woody Allens „Was sie schon immer über Sex wissen wollten“ in den Sinn, der nach dem mehrstündigen Orgasmus-Experiment irgendwie nicht mehr ganz auf der Höhe ist, verwirrt grunzt und von seinem Herren mit einer Peitsche gezüchtigt wird. Irgendetwas in der Art mag auch bei der Produktion dieses Albums vorgegangen sein, ich weiß es nicht (und kaum zu glauben, wirklich wahr, eine rasche Online-Recherche bestätigt mich in meinem Verdacht, dass jener buckelige, orgasmusgeschädigte Diener tatsächlich auch Igor heißt, allerdings nur mit einem r!).

Tut mir leid, ich bin völlig verwirrt, Igorrr hat mich erledigt – und jetzt die Peitsche, bitte!

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