I Heart Hiroshima – The Rip

von carsten am 23. Juli 2010

in Musik!

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1995 proklamierten Lars von Trier und drei Kollegen das Manifest „Dogma 95“, das Regeln vorschreibt, nach denen Filme gedreht werden sollen. Diese Dogma-Filme wollen direkt die Realität widerspiegeln und lehnen Requisiten, Hintergrundmusik oder Beleuchtung ab. Das Ergebnis ist, verglichen mit anderen Produktionen, minimalistisch und fokussiert.

Auch manche Band folgen, meist ohne theoretischen Überbau, bestimmten Dogmen. Die White Stripes verzichten auf den Bass und fahren ganz gut damit. I Heart Hiroshima aus Australien tun es ihnen gleich, spielen aber zu dritt und somit mit einer zweiten Gitarre. Die Dame an den Drums ist ein weiteres gemeinsames Merkmal. Hinzu kommt der prägnante Gesang inklusive des Wechsels von der atemlosen Stimme Susie Pattens zu der eher rauen, gehetzten Matt Somers‘. Dies gibt den Stücken einen guten Kick. Davon abgesehen drängt sich musikalisch immer wieder der Vergleich mit Pavement auf, auch die Richtung Lo-Fi tendierende Produktion ist ähnlich. Ein paar gute Songs (besonders „Ocean“ und „Listen“) sind schon auf dem Album und taugen hervorragend für einen aktuellen Indie-Sampler, aber auf die gesamte Länge ist es leider etwas monoton, auch wenn die Band ganz sicher Sympathiepunkte sammelt – über die Aufrichtigkeit der Musiker dürfte kein Zweifel bestehen. Dennoch: irgendwie ist es immer spannender, Dogmen zu brechen als sich ihnen zu unterwerfen.

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