I Got A Violet – Backwash

von Hififi am 13. Januar 2010

in Musik!

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Zu musizierenden Italienern fällt mir ja immer gleich: “Al Calzone, Limone, Zitrone“ ein, oder wie hieß der bekannteste Gassenhauer vom Eros nochmal? Oder vielleicht noch „Albino“ und Romina Power (das italienische Pendant zu Heino und Hannelore), oder wie hießen die gleich noch mal? Ihr merkt schon, was ich damit sagen will, oder? Italien und gute Musik, am Ende gar noch mit Stromgitarren? Gab’s das schon mal? Wenn nicht, dann jetzt: I Got A Violet!

Gleich mal zuallererst: „Backwash“ KANN man nur laut hören – zuerst während der Arbeit am Rechner gehört, aus Rücksicht auf Kollegen in unangemessener Lautstärke, verpufft dieses Debüt in ungeahnter Weise. Dann – wenige Stunden später – Richtung Kundengespräch, mit einer Anlage im Firmenwagen, die meine Arbeitsbedingungen und die beheimateten Boxen um Längen schlägt, macht „Backwash“ mächtig Eindruck auf mich. Auf einmal überhole ich im Schneematsch in der 70er-Zone LKW ohne mir Gedanken zu machen, drei Italiener sind Schuld: Stefano Sagredin, Alberto Spadon und Elia Domeneghetti. Testosteron wird freigesetzt, Garage und ein fantastischer Klang, Instrumente wie sie wütender kaum ertönen können. Colt Sievers hat auf einmal nicht mehr die größten Klötze der Welt, den die haben ja jetzt drei Italiener. Aber jetzt mal ohne Flachs; I Got A Violet lassen die Hives aussehen wie blanke Poser (was sie ja auch eigentlich sind) blasen dir Gitarren um die Ohren, die du so (und es tut mir leid, sie schon wieder ins Gespräch zu bringen) zuletzt bei Joy Division gehört hast, nur nicht so trocken, Garage halt. Gang of Four fallen mir spontan noch ein, um desweiteren anzudeuten, es ist mit Garage längst nicht gesagt. Ramones gelegentlich, so von der „Hey Ho, Let’s Go“-Attitüde her, aber eben mit mehr Melodie. Anspieltipps? Ganz klar der Opener: „Ghost Ranch“ (pure Abstellmöglichkeit für Autos), „Swing Swang“ (ein wenig Wahnsinn Marke Primus und/ oder Mike Patton) und „Girls R Cats“ (Joy Division, wie sie sich nicht besser ins hiesige Jahrtausend übertragen lassen). Gratis dazu gibt es kauzige Soli und Powerriffs, wie sie Ian Curtis nie geduldet hätte.

Na klar muss man nicht sein Leben riskieren um I Got A Violet angemessen zu huldigen, aber laut sollte es sein: Party, mp3-Player, oder Hausgebrauch, ganz egal. Für mich ist dieses Album schon jetzt unverzichtbar. Ein MUST DO!

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