I-Fire – Bigger Better Hotter

von JonesKorn am 18. Juni 2010

in Musik!

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Mit einer Mischung aus Hip-Hop, Dancehall und Reggae wollen die Hamburger Jungs von I-Fire 2010 größer, besser und heißer sein als zuvor. Ob ihnen das neben dem Albumtitel auch mit den Songs selbst gelingt, gilt es unter Beweis zu stellen.

Jetzt ist Hififi&Sterereo nicht gerade die Plattform solcher Musik und ich selbst habe damit zu wenig am Hut, als dass es eine einfache Sache wird, die Scheibe einzuordnen… Musikalisch ist es durchaus das, was ich im Radio von Bands wie Seeed oder Culcha Candela als Dancehall vorgestellt bekommen habe, eben vermengt mit weiteren Elementen (wie es diese beiden genannten Bands auch tun). Ein direkter Vergleich will aber nicht so recht passen, vielleicht weil I-Fire weniger Elemente des Pop einfließen lassen, dafür umso mehr auf Reggae-Beats setzen und diese mit heftigen Bässen flankieren. Egal ob Wohnzimmermöbel, Autochassis oder Stoppelfeld vor der Festivalbühne, da wird alles in weiche aber ausufernde Schwingungen versetzt, was nicht bei drei außer Hörweite ist. Die Texte sind überwiegend auf Deutsch und behandeln neben Party und der Hip Hop genretypischen Selbstbeweihräucherung auch politische und soziale Themen (u.a. „Zu viel von zu viel“, „Schau Dir die Welt an“ und „No war“). Manchmal wird das dann auch kombiniert (so gehört in „Smooth, smooth“). Das alles lässt sich im opulenten und bebilderten Booklet auch (fast) vollständig nachlesen, inkl. Angaben wer da was ins Mikro brummt. Von den insgesamt neun Bandmitgliedern tun das immerhin drei, weshalb diese Orientierung sicher nicht schlecht ist. Den meisten Songs tut der Wechsel zwischen den verschiedenen Sängern auch gut, manchmal wirkt es aber etwas übertrieben oder einfach überflüssig.

Im reichen Fundus von 17 Stücken sind immer mal wieder Titel, die ich als radiotauglich einstufen würde (z.B. „Rudeboykings“) oder die mit einem heftigen Reggaeeinschlag glänzen können und die sicher einiges Erfolgspotential haben. Insgesamt wird es aber vielleicht gerade aufgrund der fehlenden Popelemente demnächst wohl eher keine deutschlandweite I-Fire-Euphorie geben; was nicht das Schlechteste sein muss, im Gegenteil, gerade Spartenmusik kann sich meist die Originalität und Innovation erhalten. Blitzsauber produziert ist das Album allemal und live rührt die Truppe auch ordentlich mit.

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