I Am Sam-Soundtrack

von Hififi am 10. Mai 2006

in Musik!

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Ein bezaubernder Film braucht einen ebensolchen Soundtrack. Ausgezeichnete Schauspieler brauchen ein musikalisches Pendant. So wird Sean Penn immer mehr zum Nick Cave der Schauspielszene, und mit „Let It Be“ wagt sich der Großmeister an die Königsklasse der Songschreiberkunst. Ach übrigens, hier versucht sich die internationale Musikprominenz an Beatles-Klassikern.

Sir Paul hat sich mehr als einmal unzufrieden über die Produktion von „Let It Be“ (Album) geäußert. Phil Spector habe es mit Streicherbombast überladen, was auch und vor allem für „Let It Be“ (Song) gilt. Ich kann mir gut vorstellen, wie Sir Paul die Kinnlade runtergeklappt sein muss, als er Caves Version des Klassikers zum ersten Mal hörte. Reduziert auf das wesentliche, entwickelt „Let It Be“ einen ganz anderen Charme, so dass der große Australier dem Song ein Denkmal setzt, in seiner eigenen Pianobar-Version. Auch Ben Harper schafft es seiner Version von „Strawberry Fields Forever“ individuellen Charakter zu verleihen, so klingt nicht nur das Streicherintro wehmütig, sondern auch der Gesang, der teilweise an Cat Stevens erinnert. Der Song steigert sich in ein wunderbares Finale aus einem Gitarrensolo, welches im Hintergrund wütet und den Streichern, die die Gitarre einfach ignorieren.

Rufus Wainwright pickt sich mit „Across The Universe“ genau den Song heraus, der am besten zu ihm passt. Mit der ihm eigenen Portion Lethargie leiert er den Text herunter, wie einst John Lennon. Das Lied ist so abgehoben wie der Interpret, so dass hier tatsächlich etwas Besonderes entstanden ist.

Man darf an dieser Stelle nicht vergessen, wer hier eigentlich gecovert wird. Und so erstaunt es auch nicht besonders, wenn einige Künstler eher bescheidenes abliefern. So wäre die Welt wohl bestens ohne eine Version der Vines von „I´m Only Sleeping“ ausgekommen. Wobei man sich z.B. bei Eddie Vedders Cover von „You´ve Got To Hide Your Love Away“ vortrefflich streiten kann, inwiefern es gelungen ist. Wohl auch eine Frage, ob man Vedders Gejaule nach all den Jahren noch etwas abgewinnen kann. Ben Folds wiederum macht es sich mit „Golden Slumbers“ besonders leicht, da er es eigentlich nur kopiert, um die Hymnenhaftigkeit des Originals zu transportieren. Gelungen aber wenig originell.

Die Damen der Schöpfung haben es sich ebenfalls leicht gemacht. „Blackbird“ ist ein Erlebnis, was mehr am Song als an der Interpretation (Sarah McLachlan) liegt. Sheryl Crow bekommt „Mother Nature´s Son“ recht gut gebacken, und Heather Nova trällert „We Can Work It Out“ in ihrer unvergleichlichen Art. Nur Aimee Mann hebt sich an „Lucy In The Sky With Diamonds“ einen Bruch, das vorher schon die Black Crowes ordentlich verhunzt haben.

Für viele war es wohl nur eine Auftragsarbeit. Was soll´s, es kommt halt nicht annähernd etwas an das Original heran.

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