Hundreds Bio

von Hififi am 21. November 2008

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Musiksozialisation ist immer wieder ein spannendes Thema, aber wenn man eh gemeinsam auf wäschst, dann gibt es sozusagen automatisch Überschneidungen. Dass sich dabei die jüngeren Geschwister zwangsläufig so einiges aneignen und dann irgendwann Vorexerziertes verinnerlichen, steht außer Frage. Wenn sich aber Geschwister zusammen tun um Musik zu machen, bedarf das sicherlich auch einiges an Mut und Vertrautheit, denn ein wichtiger Bestandteil „unkaputtbarer“ Geschwisterliebe ist es, sich in den richtigen Momenten physisch und psychisch zu trennen, soll heißen, sich aus dem Weg zu gehen. Im Falle Eva und Philipp Milner, besteht nach wie vor ein untrennbares Band und seit kurzem auch eine „Band“, bzw. ein Projekt mit dem ungewöhnlichen Namen Hundreds. Auch wenn sie bisher noch in verschieden Städten, Eva in Hamburg und Philipp in Erfurt, leben, hat diese Tatsache sie nie daran gehindert gemeinsam kreativ zu sein. Bis zum August diesen Jahres, waren es zumeist nur einige Tage, die ausreichen mussten, um das musikalischen Schaffen voran zu bringen, sonst blieb nur der postalische Weg um neue Ideen auszutauschen. Ein schleppender Prozess. Und dann war Sommer, sodass die zwei Hundreds Quartier in Philipps Studio im Erfurter Zughafen beziehen konnten, um einen Monat lang fokussiert und ungestört an ihren Songs basteln konnten. Einer von ihnen („Goodbye Iokaste“) verabschiedet dann auch ganz offiziell das Vorgänger-Projekt der Beiden namens – man höre und staune – Iokaste. Dieses rein instrumentale und mit gut zwei Minuten sehr kurze Stück symbolisiert möglicherweise den Neubeginn, die Katharsis, nach der es mit vereinten Kräften nur noch voran gehen soll, ohne nach hinten zu blicken. Und so klingen die sechs Songs der selbst betitelten EP frisch und unverbraucht und in meinen Ohren – die sich nur noch gelegentlich mit elektronischer Musik beschäftigen – ganz und gar eigenständig. Na klar, es sind so einige Einflüsse herauskristallisierbar, aber nie so, das ein schaler Beigeschmack aufkommen würde, einfach nur ein natürlicher Fluss an nachvollziehbaren Inspirationen, ohne die Hundreds wohl nie so klingen könnten. Eva erzählt dann sicherlich auch nichts Neues, wenn sie Portishead, Massive Attack oder The Knife ins Rennen schickt.

Eva wird wohl nie den Moment vergessen, als ihr großer Bruder ihr mit den Worten: „Lass Roxette, das hier ist richtige Musik“, das „Debut“ einer bald sehr erfolgreichen Isländerin in die Hand drückte. Damals war sie zwölf und ihr großer Bruder achtzehn. Danach gab es kein Halten mehr und Eva entdeckte die ganze Bandbreite elektronischer Musik, insbesondere den Trip Hop, für sich. Bei diesem Prinzip blieb es dann auch und es entstand ein reger Austausch an Musik, die dann in trauter Zweisamkeit diskutiert werden konnte. Heute sind Hundreds soweit, ihre Musik der großen Masse zu präsentieren und spielten unlängst vor ausverkauftem Haus im Docks zu Hamburg im Vorprogramm von Clueso. Dann kann es ja losgehen.

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