Hot Hot Heat – Ringlokschuppen Bielefeld, 16.8.05

von Sterereo am 3. September 2005

in Feierlichkeiten

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Cooler Typ, der Sänger. Einige äußerst extravagante Gestiken hat er schon drauf. Ansonsten war die stimmliche Leistung ebenso überzeugend, wie die gesamte Darbietung. Einziger Wehrmutstropfen war der dösige Licht-Mann, der zu besoffen für den Takt und obendrauf noch Farbenblind war.

Doch bevor die Matte von Steve Bays (Vocals – Keyboard) zu wippen beginnen konnte, musste natürlich eine Vorband spielen. Erst als der dicke Frontsänger seine Aufwärmübungen absolvierte, schlurften die Leute von der Theke auf die Tanzfläche. Nach ihrer eigenen Angaben kommt die Band „Jeroslaw“ aus Polen und kann nur leidlich Englisch. Tatsächlich kommen sie aus Bielefeld und haben als Gage höchstens die Eintrittskarte bekommen. Aber sie waren garnicht mal schlecht – fair ist fair.

Doch eigentlich kamen die wenigen Zuschauer wegen ein paar Kanadier in den Ringlokschuppen. „Hot Hot Heat“ haben zuerst deftigen Synthie Punk gespielt und erst 2003 mit „Make Up the Breakdown“ voll durchgestartet. Damals waren die Touren in Deutschland ausverkauft, so heißt es. Diesmal sind sie mit ihrem neuen Longplayer „Elevator“ unterwegs. Dieser ist zwar etwas poppiger geraten durch zahlreiche Refrainwiederholungen, aber mich persönlich stört das rein garnicht. Dieses fetten und sehr tanzbaren Rock findet man doch immer seltener. Außerdem ist die Stimme vom Frontmann geil rotzig und manchmal mit Mischpult-Tricks gewürzt – nett. Vorallem die verkrampfte Haltung über dem Keyboard, ins Mikro … naja, „rufend“ …, anzuschauen. Und wenn die Locken über den Tasten hüpfen, könnte man auch Mozart vermuten. Was Neues gab es sogar noch zu entdecken: Der Gitarrist Dante DeCapro wurde gegen Luke Paquin ersetzt, kein Problem.

Die Stimmung im kleinen Tanzsaal war zwar wirklich nicht schlecht, aber zum Überkochen fehlten doch einige Leute. Erst „Talk to me, dance with me“ brach für seine Spielzeit das Eis und es wurde gehüpft getanzt und sich die Klamotten vom Leib gerissen…naja, fast. Einig e Hits vom alten Album („Get in or get out“, „Talk to me, dance with me“) und einige Gassenhauer vom Neuen („Elevator“, „Middle of nowhere“, „No jokes – Fact“) bestätigten die Wertkartonanlage. Ich muss den Satz, „Wieso ist hier so wenig los, die Band ist total geil“ einige Male wiederholt haben, denn die Antwort „Die sind halt nich so bekannt“ habe ich mehrmals hören müssen. Ändert dies: geht hin! 17 Euro für coolen – tanzbaren – Rock sind ja wohl wirklich nicht zuviel.

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