Hjaltalín – Sleepdrunk Seasons

von Hififi am 28. März 2009

in Musik!

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Dass gerade dieser winzige – zumindest von der Einwohnerzahl her – und mittlerweile fast bankrotte Staat über so viele begnadete Musiker verfügt, wird wohl für immer den ein oder anderen verwundern. Fast traditionell umgibt die isländische Pop-Folklore – wie ich sie jetzt einfach mal nenne – ein gewisser Zauber, der dem Zentraleuropäer anscheinend etwas abgeht. Oder hat schon jemand das Geheimnis des Sigor Rós-Debüts („Ágætis Byrjun“) geknackt, oder ist gar der guten Björk auf die Schliche gekommen?

Hjaltalín aus Rykjavik bilden da sicher keine Ausnahme, bleiben aber anders als oben genannte Künstler in einem angenehmen, weil nachvollziehbaren Rahmen aus Folk und Pop. In diesem Falle von einer Band zu sprechen, würde dem Ganzen sicherlich nicht gerecht, denn zu der normalen Besetzung (Bass, Gitarre, Gesang und Schlagzeug) gesellen sich allerhand Instrumente, die eher in der Klassik zuhause sind. Oder ist euch auf einem eurer letzten Konzertbesuche ein Fagott untergekommen? Und so treten Hjaltalín mit sieben bis neun Musikern auf und dementsprechend lässt sich der Gesamtsound vor allem als voluminös beschreiben. Die Orchestralität von Arcade Fire verbindet sich auf „Sleepdrunk Seasons“ mit dem Popappeal der Magic Numbers. Vor allem der Wechselgesang zwischen Högni Egilsson, dem Kopf der Bande, und Sigga Thorlacius erinnert an die kleine, dicke Hippie-Kommune aus London, die das Haldern 2007 so bereichert hat. Hjaltalín werden es ihnen dieses Jahr mit Sicherheit gleich tun, denn ihr, bereits 2007 in Island erschienenes, Debüt erscheint am 6.3. hierzulande auf Haldern Pop Recordings. Und da die Haldernmacher ja irgendwann einen geeigneten Ersatz für Arcade Fire, die traditionell jedes Jahr aufs Neue hoch gehandelt werden, präsentieren müssen, tun sie das jetzt hiermit. Jedenfalls ist „Sleepdrunk Seasons“ jetzt schon eins der besten Debüts in diesem Jahr.

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