Hercules and Love Affair – Blue Songs

von Pynchon am 29. Januar 2011

in Musik!

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Die 80er sind definitiv in – also schon wieder in, möchte ich sagen. Ist ja nichts grundsätzlich Verwerfliches dabei, seinen nostalgischen Gefühlen für Disco-Beats und artifiziellem Synthie-Pop freien Lauf zu lassen. Nur so richtig zündend ist es halt dennoch ziemlich selten, da man bei Vorliebe für den 80’s Pop, die ich absolut nachvollziehen kann, ja auch zu den Originalen greifen kann. Denn was Neues hatten selbst die Yeah Yeah Yeahs mit ihrer jüngsten Disco-Hommage nicht beizusteuern, und die können ja wirklich was.

Hercules and Love Affair legen sich mit ihrer funkigen Mixtur aus House, Disco und Pop mächtig ins Zeug und hören sich wechselweise nach Yazoo, Grace Jones, Giorgio Moroder oder La Roux an. Also in etwa die musikalische Entsprechung einer passablen Konservensuppe. So richtig frisch sind sie halt nicht, die Zutaten, dafür aber ordentlich überproduziert und glockenhell im Klang, mit wummrigen Beats verfeinert, um den Tanzimpuls ein wenig synthetisch anzuheizen. Einige der insgesamt elf Songs sind auch tatsächlich ganz gut gelungen, der Opener „Painted Eyes“ etwa, oder das groovige „Answers Come In Dreams“, in dem sich Sängerin Aerea doch verblüffend nach Grace Jones anhört – auch wenn es mich nicht direkt zum Sklaven ihres Rhythmus macht.

Über andere Stücke wie die Elektro-Dudelei „Visitor“ oder das fatal an den Klimper-Pop der Boyband Bros (remember „When will I, will I beee faaaamous?“) erinnernde „Step Up“, an dem übrigens Bloc Party-Mitglied Kele Okereke mitwirkt, breite ich aus Gründen einer spontanen und unerklärlichen Höflichkeit den Mantel des Schweigens – Schweigen wäre da wirklich mehr gewesen.

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