Hemlock Smith – Keep The Devil Out Of Hillsboro

von Hififi am 10. September 2009

in Musik!

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Machen wir es nicht weiter spannend: Dieses Album ist über die Maße gut, dass es fast unheimlich ist. Ein Album zwischen Kurt Wagner, Lambchop und Nick Cave garniert mit ein paar Tom Waits-Einsprengseln, das seinesgleichen sucht und erst bei den ganz großen Alben der Musikgeschichte finden wird. „Keep The Devil Out Of Hillsboro“ zollt dem Genius der „Asylum Years“ (Tom Waits) oder der “Murder Ballads” (Nick Cave) Tribut und wird mit einer gehörigen Portion Weltschmerz serviert, das wir uns daran verschlucken mögen und uns ungläubig die Augen reiben.

Und jetzt tue ich was, was ich noch nie gemacht habe: Ich zitiere den Waschzettel, weil es einfach passt und ich es nicht anders ausgedrückt hätte. „Sie vereinen auch die großen Schatten, die um ihre Musik kreisen, Tom Waits und Mark Hollis seien genannt, aber auch die stilvolle Country-Musik von Lambchop und den intelligenten Rock von dEUS“. Apropos dEUS; Michael Freis Gesang lässt mich an eine geflüsterte Version von Tom Barman denken, besonders die Klangfarbe und die relaxte Art des Vortrags treffen auf die nachdenklich, fast traurige Stimmung die Kurt Wagner zu setzen weiß. Alle dreizehn Songs transportieren eine Art Gefühlskaleidoskop, versetzen seinen Hörer in die verschiedensten Stimmungen, um ihn zu guter letzt fast gerührt zurück zu lassen. Gerührt durch die fantastische Qualität dieses Albums und nachdenklich durch diese unüberhörbare Melancholie, die eigentlich jeder Song transportiert. Dabei bestehen durchaus große Unterschiede, zwischen beispielsweise „Queen Of The Spring Ball“, mit seinem Bläser-Intermezzo und „The Loveless Eternal“. Wo fiese Metalriffs die andächtige Stille durchschneiden ist ein andere Ausnahme-Könnerin des Singer/ Songwriter-Genres nicht weit: Rose Kemp. Ein weiterer Ritterschlag.

Also jetzt noch mal langsam und zum mitschreiben: Mit „Keep The Devil Out Of Hillsboro“ liefern Hemlock Smith aus Lausanne ein Meisterwerk ab, dass (wenn es nach mir ginge) auch noch in zwanzig Jahren Erwähnung finden könnte. Bitte Daumen drücken!

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