heidi. – Panorama

von Hififi am 20. Januar 2010

in Musik!

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Japaner sind nicht unbedingt sattelfest im Erkennen guter Rockmusik, was ein ums andere Mal die Verkaufszahlen der Scorpions im „Land der aufgehenden Sonne“ bezeugen. Und jetzt, wo gerade die 80er-Jahre ihre musikalische Wiederauferstehung feiern, erlebt die Visual-Kei Szene ebenfalls ein Revival. Von jeher im Glam-Rock und Punk beheimatet, stehen die Protagonisten insbesondere des Angura-Kei den Role Models der „Dekade der Dekadenz“ optisch in nichts nach. Musikalisch geht es zudem wesentlich abwechslungs- und ideenreicher zur Sache, was die Angelegenheit in erträgliche Bahnen lenkt. Informationen zur Band (heidi.) muss ich leider weites gehend schuldig bleiben, denn diesen Begriff zu googeln? Vor allem, wenn die nächste Staffel des ganz normalen Klumschen Wahnsinns unmittelbar bevorsteht. Schwer, aber nicht unmöglich, nervig zwar, aber zumindest teilweise von Erfolg gekrönt, konnte der Verfasser dieser Zeilen herausfinden, dass heidi. drei Jahre alt sind und bei den Nippons gerne vor ausverkauftem Hause spielen. Der Rest ist zumeist auf Japanisch. So fällt der Fokus in vollem Ausmaß auf die Musik, wenn die Anhaltspunkte fehlen. Angura-Kei im heidi.-Kontext klingt wie gehetzte Incubus in ihren Anfangstagen, was ja durchaus erstmal als eine Art Kompliment verstanden werden kann. Eine eher balladeske Angelegenheit stellt an sechster Stelle „Yoru Ni Omoeba“ dar, mit gar grässlichem „La-la-la-la“-Chören und Slash-Gedächtnissolo. Und was vorher gar nicht so recht hervorzustechen vermag, ist der lautmalerische Gesang: Japanisch halt. Klingt schnell vorgetragen sogar ganz putzig, langsam und in diesem Glam-Zusammenhang möchte ich allerdings gerne verzichten. Dass heidi. aber doch sehr originell musizieren können, kann „Ame To Kissaten“ unter Beweis stellen, mit einem Ska-ähnlichen Rhythmus, dem eingängigen Refrain und der zurückhaltenden Gitarrenfraktion ist dieser Song einer von den Guten. Dann gibt es aber durchaus einiges Mittelmaß zu vermelden, wobei ich mir vorstellen kann, dass dies Anhänger früher Emo-Musik anders sehen könnten. Ich muss nämlich gestehen, dass ich nicht gewillt bin einen „Exoten-Bonus“ zu verteilen, nur weil Japan nicht automatisch sofort mit Gitarrenmusik verbunden wird. Vielleicht hat das ja auch seinen Grund.

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1 RockinBen Januar 20, 2010 um 18:56 Uhr

mit Verlaub, das hört sich furchtbar an…

2 Sterereo Januar 21, 2010 um 09:37 Uhr

Ich freue mich jedes Mal wenn ich einen Seitenhieb auf die Mötley Crüe höre. Allerdings freue ich mich mittlerweile weniger, wenn wieder das Gefiestel der Turmfrisuren aus dem Zimmer meines Mitbewohners kommt…

Und zu Heidi fällt mir immer die Comicserie ein. Immerhin auch aus Japan. Achja, zur Musik fällt mir da jetzt nichts mehr zu ein. Also japanischer Glam-Rock? Uff!

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