Hausnorris – Bleib ein Niemand

von Benjamin am 8. November 2009

in Musik!

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Derzeit wird viel übers deutsche Texteschreiben in allen möglichen Postillen geschrieben. Philosophiert geradezu. Wer heute deutsche Texte schreibt und nicht gerade Punk macht, muss sich auf die Sezierung seiner Texte gefasst machen. Bands wie Ja, Panik und Distelmeyer und auch immer noch und wieder und überhaupt Tocotronic wird ein geradezu schlafwandlerischer Anspruch unterstellt und angedichtet und damit auch oktroyiert. Das führt dazu, dass oftmals Songwriting zu sehr in den Hintergrund tritt und man produktionstechnische Finessen einfach übersieht, oder sie aber gar nicht da sind und man das Album trotzdem gut findet, denn da würde ja so viel wichtiges gesagt werden. Pustekuchen, wenn sich Songschreiber zu ernst nehmen und dabei vergessen, dass sie immer auch noch nebenbei MUSIK machen und nicht nur predigen (sollen). Hausnorris besitzen genau die richtige Portion Selbstironie und haben trotzdem etwas zu sagen. Bei ihnen kommt dies aber nicht schon in den Texten heraus, sie drängen sich damit nicht in den Vordergrund, man erarbeitet es sich so nach und nach mit dem Hören. Hier merkt man nämlich, dass auch Musik gehört werden soll. Die Musik ist ein spannender Mix aus verqueren Indie-Gitarren, Drumcomputer-Klicks und Elektronik. Ein klein bisschen NDW und ein klein bisschen Punk-Attitüde kommen auch mit, und das alles nimmt man gerne als Hörer mit, denn Hausnorris schmieren einem das nicht anbiedernd an die Ohren, sondern haben all die Stile für sich adoptiert. „Bleib ein Niemand“ ist auf keinen Fall ein Niemand, sondern ein ziemlich populärer Strauß an vielen Einflüssen. Ein Konzept und eine Vision der Musik, die man macht, ist wichtig, und ist auch immer herauszuhören. Es gibt bei Hausnorris kein Prinzipien reiten auf „nur Gitarren“ oder „nur Elektronik“ und schon gar keine unselige Hochzeit zwischen diesen beiden Polen. Bei Hausnorris ist der Einfluss verschiedener Genres vorhanden und das hört man ganz besonders gegen Ende des Albums bei dem Song „Ecken und Kanten“, das ein wenig soulig klingt. Auf diesem Album gibt es wirklich Abwechslung, denn hier geht es einzig und allein um die Güte der Songs, und nicht um den Transport von Botschaften oder Stimmungen. Diese Entspanntheit der eigenen Musik gegenüber täte eine Menge deutscher Bands gut.

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