Hardcore Superstar – Dreamin' In A Casket

von JonesKorn am 16. November 2007

in Musik!

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Wer meint, aus dem Namen der Band auf die Musik die sie spielen schließen zu können, der irrt. Zumindest was Hardcore Superstar anbelangt. Und wer denkt, nur weil eine Band aus Göteborg kommt, schon mal zu wissen, welche Metalspielart hier demnächst die Ohren verwöhnen will, der irrt sich ebenso.

Was also bieten uns Hardcore Superstar für eine Musik? Zumindest bei diesem Album grüßten mich eingangs Judas Priest, saß ich im Schneidersitz auf dem Fußboden meines Zimmers vor meinem Cassettenspieler und hörte meine dreißig-D-Mark Hard ’n Heavy Doppelkassette, war ich irgendwo am Ende der 80er oder am Anfang der 90er angelangt, stand ich in Osna während der Maiwoche vor der Axxis Bühne. Mit ihren eingängigen Melodien, den sehr ordentlichen Riffs und vielen schönen Instrumentalpassagen – praktisch immer von der E-Gitarre angeführt – nehmen sie einen mit auf eine Reise zurück in die großen Zeiten des Hard Rock und des radiokastrierten Heavy Metal; nichts also mit Spätpunkallüren oder dem x-ten Melodic Death Metal Klon.

Hierzu passt dann auch die Tatsache, dass praktisch jeder Song erstens sofort ins Ohr geht und zweitens – ähnlich einem Schlager – sofort zum mitträllern des Refrains einlädt. Wer möchte auf einem Konzert nicht gerne mit einem Bier in der einen Hand und dem freien Arm um die Schulter des Kumpels „Wake up dead in a garbagecan“ gröhlen, dabei die ätzende Alltagslangeweile für neunzig Minuten vergessen und zwischendrin immer mal wieder das sich lichtende Haupthaar schütteln. Es bleibt lediglich abzuwarten, nach dem wievielten Mal Anhören das Album Langeweile aufkommen lässt, denn das Rad wurde hier sicher nicht neu erfunden, was insbesondere in den letzten vier Songs zum Ausdruck gelangt, bei denen man versucht ist, die Skiptaste zu betätigen.

Als echte Anspieltipps empfehle ich das bereits erwähnte „Wake up dead in a garbagecan“, den titelgebenden Track „Dreamin‘ in a casket“ und den Opener „Need no company“, die wirklich dazu einladen den oben genannten Tätigkeiten mit dem Bier in der Hand nachzugehen. Gut zur Hälfte der Albumspielzeit wirkt „Spreadin‘ the news“ hingegen belanglos und deutet bereits den Abwärtstrend an, der nur noch einmal kurz vom überzeugenden „This is for the mentally damaged“ unterbrochen wird.

Auch wenn das Album zum Schluss hin etwas an Fahrt verliert, lässt der Gesamteindruck jedoch deutlich werden, warum die Jungs in ihrem Heimatland Schweden bereits einige Chartserfolge verbuchen konnten. Das Potential, mit Album Nummer sechs auch auswärts mehr Gehör zu bekommen ist jedenfalls da.

Live können Joakim Berg am Mikro, Thomas Silver an der Gitarre, Martin Sandvick am Bass sowie Magnus Andreasson am Schlagzeug in Deutschland ab dem 27. November begutachtet werden.

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