Happy Mondays – Call The Cops (DVD)

von Hififi am 21. Oktober 2008

in Film ab!

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Mit dem Manchester Rave ist das so eine Sache. Es gibt kaum eine Musikrichtung die weniger gut gealtert wäre als diese. Die Fusion aus Dance- und Indie-Musik war sicherlich wichtig und für die ansonsten ja nun wirklich eher drögen 80er geradezu rettend, aber es klingt in meinen Ohren mittlerweile irgendwie antiquiert. Stilprägend waren zuallererst New Order, die unsterblichen Stone Roses und die Happy Mondays, um die es nun gehen soll.

Bei „Call The Cops“ handelt es sich um einen Konzertmitschnitt eines kompletten Konzerts aus der New Yorker Sound Factory 1990 und zeigt die Band auf ihrer ersten Amerikatour. Zwischendurch kommt Sänger und Frontmann Shaun Ryder zu Wort, nur leider versteht man ihn nicht, was einerseits am schlechten Ton liegt, andererseits an Ryder’s extremen Genuschel. Und wenn er dann mal seine Sonnenbrille abnimmt, kommt einem schnell der Gedanke, dass es wohl nichts besonders geistreiches sein kann, was er da stammelt, denn seine roten Augen zeugen von einem regen Haschkonsum. Dafür sind die Happy Mondays dann auch recht bekannt, nämlich für ihren regen Drogenkonsum und es ist wohl auch nicht immer beim Hasch geblieben. Diese Zwischensequenzen zeigen ansonsten die verschiedenen Bandmitglieder in ihrem Touralltag, liebevoll verwackelt mit der Handkamera gefilmt um Authentizität zu vermitteln. Das Konzert ist ähnlich schlecht gefilmt, was im Prinzip nicht allzu schlimm ist, aber ich muss an dieser Stelle einfach mal fragen: Weshalb eigentlich der DVD-Release? Und um das vorweg zu nehmen, „Call The Cops“ ist ausschließlich etwas für Fans der Happy Mondays, um den Einstieg in diese Art Musik zu wagen, ist dieses Zeitdokument denkbar ungeeignet. Aber was mich am meisten fasziniert hat, ist der Tänzer namens Bez, der mit der Rassel bewaffnet immerhin über eine Stunde zappelt wie Espenlaub. Dann kann sich ja jetzt jeder selbst überlegen, welche Drogen dort wohl im Spiel gewesen sein könnten.

Musikalisch ist das alles schon besser gemacht worden, nämlich von New Order, nach dessen Song „Blue Monday“ sich 1981 die Band benannte. Immerhin hatten sie mit „Step On“ und Kinky Afro“ zwei Top Five-Hits im UK, die auch an erster und dritter Stelle gespielt werden, ansonsten klingt das alles recht ähnlich. Ich für meinen Teil werde sicherlich kein Fan mehr, aber der Manchester Rave lebt weiter und das ist auch ein Verdienst der Happy Mondays. Immerhin!

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