Happy Birthday – Happy Birthday

von am 5. April 2010

in Musik!

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Kyle Thomas, Chris Weisman und Ruth Garbus wollen uns mit ihrer Musik um den Finger wickeln, und es ist erschreckend, mit welcher Leichtigkeit ihnen das selbst mit den schrägsten Merkwürdigkeiten voll und ganz gelingt. Aber der Reihe nach: Happy Birthday ist aus dem Dunstkreis diverser Indie-Superhelden heraus entstanden, die mit den drei Bandmitgliedern entweder mehr oder weniger verbrüdert, verschwägert oder einfach nur Fan sind. Namedropping gefällig? J. Mascis (alter Bandkollege), Devendra Banhart (u.a. glühender Verehrer und Gönner), Witch, Alabama Thunderpussy, Feathers (Alles Nebenbands oder -projekte). Happy Birthday ist nicht nur eine Quasi-Supergroup, nein, sie klingt auch so: Durchgeknallt, überdreht, anarchisch und dabei so unverschämt catchy, dass man bis zum ersten Hördurchgang gar nicht wusste, wie tief der eigene Unterkiefer herunterklappen konnte. Kyle Thomas fügt sich als Kopf des Trios perfekt in den ganzheitlich-vielfältigen Do-Everything-Yourself-Kunstrahmen ein, den Sub Pop bereits mit u.a. No Age glorreich aufgespannt haben. Wie sind Happy Birthday in Worte zu fassen? Vielleicht so: Stephen Malkmus kreiert zusammen mit Freddy Mercurys Leiche eine beateleske Weltraum-Glamrock-Oper aus dem Stehgreif und schüttelt dafür elf grandios schrullige Indie-Space-Rocker aus dem mit Glitzerperlen bestickten Ärmel. Die drei Bandmitglieder sind natürlich total normal wirkende Typen, die aber durch ihre Musik zumindest in den Köpfen der Zuhörer zu Marc-Bolan-artigen Fabelwesen mutieren müssen: „Cracked“ macht seinem Namen alle Ehre und fiept discomäßig auf stelzenhohen Plateausohlen über eine bunt-illuminierte Tanzfläche voller zerbrochener Akkorde. „Subliminal Message“ zeichnet asiatisch anmutende Zeiten aus Falsetto-Loopings in einen wolkenlosen, aber unnatürlich violetten Himmel. „Zit“ klingt wie eine hysterisch-kaputte „You Really Got Me“-Coverversion, die sich immer weiter aufbrezelt, bis sie schließlich in sich selbst zusammenfällt – zusammenfallen muss, weil höher, schräger, weiter geht es kaum noch. Zum Abschluss gibt es mit „Fun“ einen nahezu konventionellen Slow-Rocker mit glasklarer Popnote. Steil! Mehr gibt es dazu nicht mehr zu sagen, besser zuhören und sich anstecken lassen.

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