Hannes Wader – Stadthalle Bielefeld, 27.9.05

von Hififi am 12. Oktober 2005

in Feierlichkeiten

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Hannes Wader in der Stadthalle Bielefeld, seiner Heimatstadt: Eine kleine (denn es war die kleinere der beiden Stadthallen) aber feine Konzertstätte. Lauter ältere, aber auch ein paar junge Leute fanden sich ein (einer sogar im St. Anger-Shirt), trotzdem war Sterereo wahrscheinlich der Jüngste am Platze.

Hannes ist nicht in, dafür aber voll real, einer der sich nicht ums Verrecken dem Mainstream (siehe Reinhard Mey) anbiedern würde. Durchaus hatte man Angst er würde milde (ein Erscheinungsbild des Alters, wie erst befürchtet), allerdings nicht ganz unbegründet.

Angefangen mit dem „Lied vom kleinen Mädchen“, schön wie nie, zeitlos schön. Eins der wenigen Lieder die wirklich zeitlos genannt werden dürfen. Nicht zu vergessen „Heute hier, morgen dort“, ein Lied, dass schon während meiner Schulzeit gut war, aber vom pupertären Schüler verkannt blieb.

Ich darf ehrlich sein, mich hat Hannes mein ganzes Leben begleitet, seit meinem dritten Lebensjahr ist Hannes Wader ein treuer Freund geworden. Ich kann und will nie wieder objektiv sein, Hannes ist mein Held, „danach kann nichts mehr kommen“ – letzter Satz auf der „Arbeiterlieder“ vor der „Internationalen“.

Also mild war durchaus das weitere Prozedere, aber wer erwartet schon noch Revoluzzer-Songs wie den „Tankerkönig“? Da er sich den Text schon seit zwanzig Jahren nicht mehr merken kann, niemand!

Trotzdem weiß er, was er seinem Publikum schuldig ist und spielt das „Hotel zur langen Dämmerung“ und „Nach Hamburg“, erzählt die selben Berlin-Anekdoten, die man schon mehrmals gehört hat. Er ist doch zum Entertainer geworden, aber ein sehr privater.

Mein absolutes Lieblingslied „Es ist an der Zeit“ blieb leider aus, aber wahrscheinlich muss Krieg sein, damit er es spielt. Ich hatte Glück (?), als ich ihn ´02 in der Paderhalle in Paderborn live sehen durfte, hat er es gespielt, ich zehre noch heute davon.

Ich hatte mehr als einmal Tränen in den Augen, da ich weiß es wird vielleicht mit das letzte Mal gewesen sein, ihn live gesehen zu haben. Er wird nicht jünger, und leider wird Hannes irgendwann in Vergessenheit geraten. Hoffentlich nicht allzu bald!

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{ 2 Kommentare… read them below or add one }

1 RockinBen November 10, 2005 um 15:37 Uhr

hier der Link zum neuen Text von „Trotz alledem“, den der gute Hannes laut hififi dort zum besten gab: http://www.scala-kuenstler.de/scala1/hwaktuelltrotz.html

2 Hififi November 11, 2005 um 14:21 Uhr

Wie bist du da denn drangekommen? Aber ist echt cool. Vielen Dank! Der Text ist auf jeden Fall richtig gut!

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