Grace.Will.Fall – Punkjävlar

von Pynchon am 27. März 2011

in Musik!

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Auch ohne des Schwedischen mächtig zu sein, deutet der Name des neuen Albums von Grace.Will.Fall, die im Übrigen aus Jönköping stammen, bereits an, dass wir keinen fragilen Herzschmerz-Pop zu erwarten haben, sondern ein paar härtere Klänge.

Überraschung vorweg, die fünfköpfige Band, die nun schon seit fast neun Jahren zusammen musiziert, singt in ihrer Heimatsprache. Das gefällt mir wirklich gut, da die schwedische Sprache mit ihren vielen „ö´s“ einen angenehm unernsten Klang hat, zumindest für Fremdsprachler, versteht sich (selbst das an sich deprimierende Wort „tot“ bekommt, so lehrte mich jüngst eine Stig Larsson-Verfilmung, im schwedischen den putzigen Namen „död“, und „död sein“ klingt nicht so schlimm, oder?). Im Opener „Dömd & Glömd“ (oh Freude!) begegnen uns der genretypische Kreischgesang, expressive Gitarrenriffs und ein solide auf midtempo getrimmtes Schlagzeug. Feines Stück, wenn auch nichts Sensationelles. Manches auf „Punkjävlar“ erinnert mich in seinen guten Momenten an At The Drive-In oder Refused, gerade was die energische Darbietung betrifft.

Andererseits springt der Funke trotz des nicht zu beanstandenden sauberen Handwerks nicht recht rüber. Vielleicht liegt ein Problem für mich darin, dass Hardcore und Punk als Stilrichtungen grundsätzlich ein bisschen beschränkt in ihren Ausdrucksmitteln sind. Es wird halt wütend gekreischt (in welcher Sprache, könnte ich nicht mal sagen, wenn die schwedischen Titel nicht den entscheidenden Hinweis geben würden), zwei oder drei Riff-Varianten dargeboten, das Schlagzeug ordentlich vertrimmt und ansonsten solide Hausmannskost geboten. Alles auf ansprechendem Niveau und sicher nicht so dumpf wie manch anderes, was einem sonst so in die Ohren kommt, aber auch nicht weiter aufregend.

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