Golden Silvers – Molotow Hamburg, 28.11.09

von theresa am 2. Dezember 2009

in Feierlichkeiten

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„Meine Abendplanung? Ich werd mir die Golden Silvers in Hamburg anschauen.“ – „Golden Silvers? Was machen die denn für Musik…?“ … Solche Fragen bekam ich im Vorfeld oft gestellt, und ich reagiere nach wie vor mit Schulterzucken. Die drei Londoner lassen sich einfach nicht in eine Schublade stecken.

Im Molotow angekommen wurde man sehr gastfreundlich behandelt und mit mysteriösem, aber durchaus leckerem Schnaps auf Kosten des Hauses versorgt. Das Konzert fand im Rahmen der Motorbooty-Live-Reihe statt, dem, so wie es heißt, Rock’n’Roll Dancefloor Hamburgs (mit Rock’n’Roll haben die Golden Silvers meiner Meinung nach nicht wirklich viel zu tun, zumal ihnen die Gitarre fehlt, aber das sei hier mal bei Seite gestellt). Tanzwütige Gäste schwangen bereits zu klassischen Britpop-Hits des DJs das Tanzbein, während ich die Zeit noch nutzte, um mich im Laden etwas um zu schauen. Es war angenehm voll, besonders weil ich mit einem viel größeren Ansturm gerechnet hatte, da Gwylim Gold, Ben Moorhouse und Alexis Nunez längst nicht mehr nur als Geheimtipp gelten. Die Mischung aus britischem Charme samt ausgeprägtem Akzent, Funkeln, Glitzern, Kitsch und tanzbaren, aber unverkennbaren Genre-Kreuzungen scheint anzukommen.

Nach einigen prüfenden Blicken durch das Publikum (das sich auch ganz und gar nicht in eine Kategorie einordnen ließ, selbst wenn man es wirklich versucht hätte…) sollte meine Ungeduld endlich ein Ende haben. Um ziemlich genau Mitternacht öffnete sich der Vorhang der kleinen Bühne und mit lauten, charakteristischen Keyboardklängen legte die Band mit „Magic Touch“ los. Da es keine Vorband gab, waren alle zu Beginn noch etwas schüchtern, vor allem wenn man bedenkt, dass einige vielleicht gar nicht speziell wegen der Band im Molotow waren. Doch die souveräne Performance der Lieder „Queen of the 21st Century“ und „True Romance“ vom gleichnamigen Debutalbum, das im Frühjahr erschienen ist, ließen kein Bein mehr still stehen. Sehr prägnant ist Gwylim Golds Art, wie er fast schon apathisch hinter seinem Keyboard steht, versunken in die Musik, und trotzdem seine Hüfte immer in Bewegung ist.

Zum Schluss wurde auch der letzte Skeptiker durch „Arrows of Eros“ überzeugt und auch eine Zugabe durfte nicht fehlen, und dennoch ging das Konzert viel zu schnell zu Ende. Aber dies sei den Golden Silvers verziehen, da sie schließlich erst ein Album veröffentlicht haben. Ich bin jedenfalls froh, dass ich sie noch in einem so kleinen Rahmen sehen durfte. Und jedem, der britische Popmusik hören mag, die eben mal anders klingt als der ganze Einheitsbrei der Insel, dem sei diese Band wärmstens ans Herz gelegt.

Foto: Theresa Bick

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