Glen Hansard & Marketa Irglova – The Swell Season

von am 3. April 2008

in Musik!

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Was ist da los? Ich komme aus dem Kino und habe mich wieder in Songs eines irischen Songwriters verliebt. Der Film hieß „Once“, der Musiker Glen Hansard, Frontmann der Frames. Die Geschichte erinnert an Damien Rice, der vor seiner Solokarriere auch bereits mit einer Band (Juniper) großen Erfolg hatte und durch den Film Closer, der wohl erst durch seine Songs so überwältigend wurde, zu einem Weltstar wurde. Jetzt also Glen Hansard.

Kurz vor dem Kinostart von „Once“, in dem Glen Hansard auch die männliche Hauptrolle spielt wurde Anfang 2007 dieses Soloalbum zusammen mit seiner Schauspiel- / Sängerkollegin Marketa Irglova veröffentlicht. Die Songs sind für den Film entstanden, wurden aber nicht alle im Film genutzt, es handelt sich auch nicht um einen Soundtrack, sondern um den ernstzunehmenden Versuch, die Songs, die aus einem Filmprojekt geboren wurden als normal „gewachsenes“ Album zu veröffentlichen. Das funktioniert, das Album ist völlig eigenständig und sorgen auch ohne Filmvorlage für schönstes „Kopfkino“. Der Opener „This Low“ erinnert dann auch gleich an das Vorbild Damien Rice, im Duett mit Marketa Irglova entwickelt sich eine wunderschöne Ballade mit spärlicher Instrumentierung, die so auch nicht besser von Damien Rice und seiner ehemaligen Duettpartnerin Lisa Hannigan vorgetragen werden könnte. Dieser Stil zieht sich durch das gesamte Album, einfach schöner Songwriter-Pop, mal singt Glen ganz allein, auf einem Song auch Marketa solo, größtenteils sind es aber Duette. So ebenfalls der vielleicht größte Song des Albums „Falling Slowly“, der kürzlich verdientermaßen mit einem Oscar für den besten Filmsong ausgezeichnet wurde. Das Einzige, was man dem Album vielleicht vorwerfen kann – wenn man unbedingt etwas negatives sucht – ist, dass es sich stellenweise nicht deutlich genug von Damien Rice abgrenzt, dessen Musik hörbaren Einfluss auf das Songwriting hatte. Ein Ähnliches Problem haben im Übrigen auch The Frames, die sich seit ihrem Karrierebeginn mit U2-Vergleichen rumplagen. Insgesamt aber ein sehr schönes Album zu einem sehr schönen Film (seit Anfang des Jahres auch in hiesigen Kinos) und ideal für Damien Rice Fans, um die Wartezeit auf ein eventuelles drittes Album zu überbrücken.

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{ 13 Kommentare… read them below or add one }

1 Iain April 3, 2008 um 13:27 Uhr

kleine Notiz am Rande, ja ich weiß dass es sich bei „Falling Slowly“ ursprünglich um einen Song der Frames handelte ;o)

2 RockinBen April 3, 2008 um 13:34 Uhr

Was Du nicht alles weißt :p

3 Iain April 3, 2008 um 16:05 Uhr

war als klarstellung gemeint nach dem motto „mir ist durchaus bewusst, dass“, da mir durchaus bewusst ist, dass es menschen geben soll, die sowas gern mal besser wissen ;o)

4 RockinBen April 3, 2008 um 17:56 Uhr

Jepp, die kenn ich… aber das hätte ich nicht besser gewusst. Aber sonst wäre ich der erste gewesen 😉

5 Hififi April 3, 2008 um 19:52 Uhr

Ihr beiden seid auch so eine Art „Dream-Team“. So wie Lizbet Taylor und Richard Burton: „Sie liebten und sie schlugen sich“.

6 Iain April 4, 2008 um 08:23 Uhr

hehe, dann hätt ich noch was, aber nicht zum besserwissen, sondern zum kluggeschissen. wer jetzt verzweifelt den film „closer“ suchen sollte fragt seine videothek (gibts so dinger eigentlich noch?) am besten nach „hautnah“, so hieß der nämlich im deutschen ;o)

7 Sterereo April 4, 2008 um 10:08 Uhr

Welche Werbefutzies sich das wieder ausgedacht haben. 😛

8 Hififi April 4, 2008 um 20:10 Uhr

Ja, was nen Drecksfilm!

9 Hififi April 4, 2008 um 20:12 Uhr

Upps, ich meine jetzt „Hautnah“ (nicht falsch verstehen)!

10 Iain April 4, 2008 um 20:33 Uhr

dafür tolle songs, also bei beiden filmen!

das theaterstück closer find ich aber sehr gut und natalie portman is nu mal süß.

11 otic April 5, 2008 um 18:01 Uhr

Noch ein bisschen KlugscheiÃ?erei:

Das letzte Album der restlichen Junipers, die sich ja jetzt Bell X1 nennen, wurde im Zuge des momentanen Irland-Mini-Hypes jetzt auch in D veröffentlicht.

Nennt sich „Flock“ und ist ganz nett, aber alles andere als zwingend.

12 Iain April 5, 2008 um 18:17 Uhr

jepp und bald hier in D auf Tour ;o)

13 Iain Juni 19, 2008 um 23:28 Uhr

hehe, grad festgestellt, dass glen hansard den gitarristen in diesem 80er Jahre Musikfilm „The Commitments“ spielt (kennt den noch wer?)

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