Glasvegas – dto.

von Hififi am 25. Januar 2009

in Musik!

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Darf ich vorstellen, der neue heiße Scheiß von der Insel: Glasvegas. Der Grundtenor der durch die Medien zieht ist jedenfalls eindeutig, groß sollen se werden, die vier Schotten, so groß wie Oasis und der „NME“ schmiert was von der „besten neuen Rock ’n‘ Roll Band der Welt“. Also wirklich, wollen wir die Kirche mal im Dorf lassen.

Das sollte wohl besser nicht zu ernst genommen werde, soll doch eine halbwegs objektive Rezension dabei herauskommen. Aber seht ihr mein Malheur? Zum ersten Mal reingehört, war der erste Eindruck viel versprechend, nette Melodien, feiner Gitarrensound, Gesang mit schottischem Dialekt. Glasvegas verstehen es Pop mit einer gewissen Noise-Attitüde zu untermalen, dass es dem Indie-Publikum durchaus gefallen kann. Manchmal erinnert das selbst betitelte Debüt an The Jesus & Mary Chain, nur dass Shoegazing damals neu war und Glasvegas wirklich weit davon entfernt sind das Rad neu zu erfinden, soviel sei verraten.

Jetzt wo ich dieses Album bereits etliche Male gehört habe, macht sich eine gewisse Ratlosigkeit in mir breit. Eine Seite will dieses Album gut finden, vor allem Songs wie „Geraldine“ und „It’s My Own Cheating Heart That Makes Me Cry“, die ihr Hitpotential völlig zu recht vor sich her tragen. So sind sie ausgestattet mit zeitlosen Melodien und James Allan singt ziemlich einzigartig, sodass ich den Vergleich schuldig bleiben muss. Die restlichen acht Songs sind gut, rechtfertigen aber zu keiner Zeit diesen übertriebenen Hype. Zwar folgt an fünfter Stelle mit „Go Square Go“ ein gelungener Ausflug in Punk-Gefilde, eben halt alles was die Insel so an guter Musik zustande gebracht hat. Und was ich Glasvegas auch noch hoch anrechnen möchte: Es klingt nicht konstruiert, eher wie eine Hommage.

Es wird also spannend, ob „Glasvegas“ auf dem europäischen Festland Erfolg beschieden sein wird, aber wahrscheinlich wird der Tonträger eher in den Indie-Clubs bleiben. Aber ich mag mich irren.

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1 Sterereo Januar 26, 2009 um 23:46 Uhr

Naja, ich möchte dazu betonen, dass mich das pathetische Jodeln und die schrebbelnden Gitarren auf dem Rockpalastfestival nicht umgehauen hat. Muss wohl nochmal genauer in die CD reinhören. Bis dahin bleibe ich erstmal durchaus skeptisch…

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