Gisbert zu Knyphausen & Lichter – Falkendom Bielefeld, 18.02.09

von Hififi am 25. Februar 2009

in Feierlichkeiten

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Lichter sind die neue Hoffnung am Deutschrock-/ Indie-Himmel. So eine Art Schnittstelle zwischen Bands wie Klez.E, die sich nicht nur durch die Texte künstlerisch hervorheben können und dem, was sich allgemein unter „Hamburger Schule“ bemerkbar macht. Jedenfalls sind Alben wie das selbstbetitelte Debüt des Quartetts gerade in Deutschland eher Mangelware, da es mit Post Rock-Anleihen aufwartet und mit seinen Keyboardklängen die Brücke zu transatlantischen Indie-Größen wie Blonde Redhead schlagen kann.

Heute Abend eröffnen Lichter für Gisbert zu Knyphausen im Falkendom zu Bielefeld um ca. 21.15 Uhr, die akademische Viertelstunde berücksichtigend, wie es sich gehört. Der Falkendom ist mittlerweile voll und klein war er ja schon immer, also bedeutet voll wahrscheinlich zwischen 150-200 Zuschauer. Eröffnet wird der Reigen einzigartiger Songs durch „Das Gespenst ist K.O.“, was bei mir gleich für Gänsehautstimmung sorgt, bei den meisten Umherstehenden allerdings eher weniger, denn die gehen auf Konzerte um sich zu unterhalten, oder frönen anderen Verhaltensauffälligkeiten. Mathias Mauerberger schließt einfach die Augen und scheint solcherart Vorband-Ignoranz prima ausklammern zu können. Philipp Gosch macht für Bassisten typische stereotype Schwank-Bewegungen und scheint ansonsten auch sehr textsicher zu sein. Claus Schulte funktioniert nach dem „Duracel-Häschen-Prinzip“, also so wie Drummer halt funktionieren sollten und dann gibt es da noch Judith Hess. Für Vera Mohrs ans Keyboard gerückt, füllt sie gekonnt Lücken zwischen Bass und Gitarre, spielt Posaune, sampelt, bzw. loopt sie dann, sodass sich meine Augen langsam vor Ehrfurcht weiten. Na ja, und dann gibt es halt diese ganzen wunderbaren Songs, wie „Platz“ oder „Leerer Raum“, die mit Zeilen wie „Diese Welt ist nicht mehr für uns reserviert, alle Plätze belegt und nichts garantiert“ verzaubern und Melancholie versprühen. „Immer öfter, wenn wir uns berühren, spür ich den leeren Raum zwischen unserer Haut.“ Und als sei das alles noch nicht genug, covern Lichter dem Gisbert sein „Spieglein, Spieglein“, seines Zeichens stärkster Song auf seinem Debüt. So ungefähr klingt das ja auch, wenn Gisbert zu Knyphausen mit Band auftritt, nur das tut er heute leider nicht. Aber solcherart Songgut muss auch mit der Akustischen funktionieren, außerdem muss man dann die Gage nicht teilen, das hat ja auch seine Vorteile. Nur leider fließen seine Songs dann so ineinander über, das sie zu unterscheiden schwer fällt, dies manchmal vielleicht noch nicht einmal großen Sinn ergibt und die Art des Vortrags bleibt eh immer ähnlich. Dann hat er aber diese Texte, die so spielend leicht ausdrücken können, wie das Leben nun einmal ist, ein Auf und Ab. Alltagspoesie, wie wir sie ansonsten nur von Sven Regener und Element of Crime kennen und lieben. Diese Art von (Galgen)-Humor können die Bielefelder gut verstehen, denn als Ostwestfale hat man ja eh nicht viel zu lachen. Zum Schluss geht es dann mit den vier Lichtern weiter bis das Licht angeht, aber da war ich schon auf dem Weg nach Hause. Es ist spät geworden.

Setlist Lichter:

Das Gespenst ist K.O.

Uns

Leerer Raum

Steig aus

Unter Tieren

Amphetamin

Spieglein, Spieglein

Platz

Ich bleibe ruhig

Radar

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