Gil Scott-Heron – I'm New Here

von Hififi am 11. Februar 2010

in Musik!

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„I’m New Here“, soll auf eindrucksvolle Weise zeigen, wie wir alle jederzeit und immer wieder Kämpfe ausfechten müssen, irgendwie müssen wir unseren „Mann“ stehen, ständig und immer wieder. Gil Scott-Heron hat allerdings immer sein Mundwerk sehr weit geöffnet, im Knast gesessen, mit der Black Power-Bewegung sympathisiert und einem Nelson Mandela in soweit alle Ehre gemacht, dass er sich nicht verbiegen lässt.

Der Vorreiter des Hip Hop, Aushängeschild der schwarzen Bewegung, all das hängt im an, weswegen es schwer fällt, einfach nur Musik zu besprechen. Eigentlich wie immer wenig beeindruckt, trifft bereits der zweite Song des Albums auf extreme Begeisterung: „ Me And The Devil“ ist ein Electro-Blues von Gottes Gnaden, als ob DJ Shadow direkt für ihn einen zeitlosen Hip Hop-Beat mit der Nagelschere zurecht geschnitten, mit der Laubsäge auf Spanplatten eingesägt hätte. Die Stimme ist immer wieder, wie in Stein gemeißelt, Tom Waits ohne die Säufer Street-Credibility seiner „Asylum Years“, wobei dieses Dokument sicherlich eine Art Phönix aus der Asche darstellt, Waits sich in längst vergangenen Dekaden, ja auch immer wieder aufraffte, um Zeitloses zu requirieren. Texte, mit Heartbeats, denn denen entspringt dieserart Lyrik („Your Soul And Mine“). Die verschiedenen Interludes lassen immer wieder auf ein Mitteilungsbedürfnis schließen, immer wieder die essentiellen Themen des menschlichen Miteinanders besprechend: Rassismus (ein Begriff, der schon alle Ketten sprengen sollte) und vor allem Befremdnis, wie sie jeden ereilen sollten. Du musst nur nach „Jackson Tennessee“ reisen, dort wo die Jungs gerne Kapuzen und Pferde missbrauchen, der Delta-Blues lebt. Wir, die wir die Essenz dieserart Liedgutes vielleicht sogar erahnen, können uns doch schwerlich vorstellen, was ein Gil Scott-Heron in über dreißig Jahren Bürgerrechtsbewegung erlebt haben muss, aber er mag uns zumindest davon berichten, ob der elektronischen Beats oder Handclaps ist immer die unzweifelhafte Ehrlichkeit dieser Musik im Fokus. Weißbrote haben davon gesungen, aber hier haben wir einen Zeitzeugen, der nicht müde geworden ist, auch uns den Vorstadt-Kids von Missständen zu berichten, die unsere Regierung nur zu gerne ausräumen würde.

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