Get Well Soon – Rest Now Weary Head! You Will Get Well Soon

von am 30. Januar 2008

in Musik!

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Eigenwilliges Songwriting, ein Orchester, Chöre, ein Album, das über drei Jahre fast nur zu Hause mit der Unterstützung von Freunden eingespielt wurde, klingt erst mal nach Zutaten für ein neues Album von Conor Oberst, ist Lifted… doch genau so entstanden. Musikalisch wohl auch der Vergleich, der dem, was einem auf diesem Album erwartet auch erstmal am nächsten kommt. Die Stimme ist aber so ganz anders, anzuordnen irgendwo zwischen Tim Kasher, den dramatischen Gesten von Patrick Wolf, etwas Nick Cave, ein bisschen Tom Waits, garniert mit einer Prise Nick Drake.

Get Well Soon, das ist der Projektname von Konstantin Gropper, den er seinem nun vorliegendem Debütalbum mit dem Titel „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“, entliehen hat. Nun da ihn nach einem Glastonbury Auftritt 2006 und einigen in England veröffentlichten EPs auch Deutschland entdeckt hat avanciert er hierzulande zu Everybody’s Darling und die englische Presse kann kaum glauben, dass so einer Deutscher ist, sind wir doch eher bekannt für die Scorpions und seltsame Beiträge zum Eurovision Song Contest.

Das Album besticht vor allem durch die von Konstantin Gropper bis ins kleinste Detail geplanten Arrangements in jedem Track und wird getragen von seiner tiefen dramatischen Stimme. So avanciert allein der Eröffnungssong „Prelude“ mit seinen einfachen Lyrics, die einfach nur den Albumtitel wiederholen zu einem orchestralen Ereignis. Das setzt sich auf dem gesamtem Album fort, mal hört man die klaren Anleihen bei Bright Eyes „Christmas in Adventure Parks“, mit den weisen Worten „In Alaska, there’s no refrigarator needed“, dann wieder Patrick Wolf bei der ersten Single zum Album „If this Hat is missing I’be gone hunting“, die auch auf Heavy Rotation auf MTV läuft. Ein Highlight auch das Duett „Your Endless Dream“, das von seinem Charme fast an das Duett von Nick Cave und Kylie Minogue „Where The Wild Roses Grow“ heranreicht, aber trotzdem so ganz anders ist. Besonders noch hervorzuheben das geniale Cover von Underworlds „Born Slippy Nuxx“.

Insgesamt lässt sich sagen, Deutschland hat nun seinen ersten Freak-Folk Star, das ist zwar nicht wirklich innovativ, aber Konstantin Gropper wollte das Rad auch nicht neu erfinden, sondern versichert uns auf der Rückseite des Albums „I tried my very best to make this music loveable.“ und das hat er geschafft, mit einer unglaublichen sinfonischen Vielfalt, die sich mit mehrfachem Hören immer weiter erschließt und aufs Neue überrascht.

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{ 7 Kommentare… read them below or add one }

1 RockinBen Januar 30, 2008 um 16:04 Uhr

[Klugscheißermodus an] Unter dem Namen „Get well soon“ hat Konstantin Gropper schon im Dezember 2006 eine EP aufgenommen. Der Name ist also weder neu noch dem Albumtitel entnommen“ [/Klugscheißermodus aus]
Ansonsten wird der Mann ja überall bejubelt, da muss also was dran sein, auch wenn die EP namens XMas 2006 mich nicht 100% überzeugt hat.
Was mich aber überrascht: sinfonisch kann man tatsächlich so schreiben. Was den Sprachgeist da wohl überkommen hat???

2 Sterereo Januar 30, 2008 um 16:56 Uhr

Toll auch der Songtitel: „I sold my hands for food so please feed me“. Werde mir das Album definitv anhören.

3 Iain Januar 30, 2008 um 17:19 Uhr

hab das mit dem albumtitel irgendwo gelesen und natürlich prompt für voll genommen ;o)

wenn ich mich jetzt noch rechtfertigen wollte, würd ich sagen: aber bei drei jahren entstehungszeit wäre es doch möglich, dass er den titel auch schon vorher hatte :o) aber irgendwie kommts darauf jetzt glaub ich auch nicht an 🙂

jepp, sinfonisch darf man so schreiben, unsere kunden in der agentur schlagen uns auch grundsätzlich, wenn wir nicht nach neuer deurtscher rechtschreibung schreiben, da gewöhnt man sich das irgendwann an

4 RockinBen Januar 30, 2008 um 19:33 Uhr

bin eigentlich Fan der „neuen“ Rechtschreibung, da vieles einfacher und logischer wird, allerdings auch unnötig bestehende Regeln zerstört wurden… Sinfonie sieht so aber sehr komisch aus.
Ach ja: den Kunden würde ich was husten, da es in Deutschland zwar eine Norm gibt, aber kein Gesetz, wie etwas geschrieben werden soll. Das regelt der Sprachbenutzer eh, wie er was schreiben will… Wenn sie ne eindeutige und bevormundende Sprachregelung wollen, dann sollen sie doch nach Frankreich gehen… Oder nach England, da weiß zwar jeder wie es „richtig“ geschrieben wird, aber dafür gibts keine sinnvollen Ausspracheregeln (mehr). Schwieriges und langes Thema.

ach ja: „aber irgendwie kommts darauf jetzt glaub ich auch nicht an :)“ um mal ein passendes Zitat zu nehmen!

5 Iain Januar 30, 2008 um 19:52 Uhr

hast scho recht, hab da auch scho mal ein bissi gegoogelt, da steht Symphonie gleichberechtigt neben Sinfonie… heißt wohl, dass ich die neue rechtschreibung inzwischen ziemlich verinnerlicht hab :o)

6 Hififi Januar 30, 2008 um 20:11 Uhr

Bessergewisst wird woanders. Kluggescheisst erst recht.

7 Hififi Januar 30, 2008 um 20:44 Uhr

Ok, bevor es noch jemand falsch versteht, Zwinkersmiley und Konsorten!

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