Gemma Ray – It's A Shame About Gemma Ray

von Pynchon am 25. Juni 2010

in Musik!

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Bevor Gemma Ray noch in diesem Sommer ihr neues Studio-Album produzieren will, legt sie mit “It’s A Shame About Gemma Ray“ schon einmal eine Art Appetizer vor, spontan und innerhalb von wenigen Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr aufgenommen. Also eher was Besinnliches für unsere eher besinnungslosen Zeiten zwischen Ölverseuchung riesiger Küsten und Zusammenbruch ehemaliger Hochkulturen? Nicht direkt, aber doch eine durchaus stimmungsvolle Zusammenstellung von insgesamt 16 Cover-Versionen mehr und weniger bekannter Künstler wie Ella Fitzgerald, Mudhoney, The Cookies, Sonic Youth, Buddy Holly und George Gershwin – da hören wir doch gern mal rein. Dass ich bis auf wenige Ausnahmen die originalen Songs nicht kenne, erweist sich schon einmal nicht als katastrophales Hinderniss. Gemma Ray hat ihre Coverversionen, wie sie in einem Interview bekennt, eher aus ihrer Erinnerung der entsprechenden Stücke geschrieben: „How I remember them, not necessarily how they were.“

Dementsprechend kommen Gemmas Songs auch ziemlich relaxt und improvisiert rüber – fügen sich also mit sparsamer instrumentaler Untermalung, stimmungsvollen Gitarrenklängen und Gemmas einnehmend frischkehligem Gesang bestens ins abendliche Sommer-Lagerfeuer-Programm mit launigem Hin-und-Her-Schunkeln und zufriedenen Schlucken aus der Limo-Flasche. Ein kurzweiliger Abend-Gig also, der gute Laune verbeitet. Rein genremäßig lässt sich das wohl fachmännisch korrekt als schwofiger Lagerfeuer-Rock einordnen, nicht zum wegrocken, zum wegschwofen eben – ganz so wie ihre Version eines Mudhoney-Songs etwa, „Touch Me I’m Sick“. In „Just Because“ (Original von Lloyd Price) spielt dann auch mal eine Orgel herrlich schräg auf und Gemmas Stimme (ich nenne sie deshalb immer beim Vornamen, da man sich ja irgendwie mit ihr verbunden fühlt, wenn sie so lossingt) ist dabei herrlich gefühlvoll und zaubert einige Sterne an den Abendhimmel (man wird sentimental, wenn man das hört). Nicht unerwähnt dürfen zwei besondere Cover-Versionen bleiben, weil sie wirklich originell rüberkommen. „Everyday“, der vergnügte Buddy Holly-Klassiker, zu dem wir in unseren Teenager-Jahren die Tanzflächen stürmten, kommt bei Gemma sehr soulig-gedankenverloren rüber und ist eigentlich nur anhand des Textes zu identifizieren.

Ein Highlight ist aber auch die kuriose Kreuzung der von Kryzstof Komeda einst kongenial komponierten Filmmusik zum unbestrittenen Lieblingsfilm aller Schwangeren, „Rosemary’s Baby“ von Roman Polanski, mit dem Text zu Sonic Youth’s „Drunken Butterfly“. Die Frau hat Ideen!

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{ 7 Kommentare… read them below or add one }

1 RockinBen Juni 25, 2010 um 23:40 Uhr

„It’s a shame about ray“ hieß nicht so das erfolreichste Album der Lemonheads?!?!?! Jenes an das „Mrs. Robinson“ angehängt wurde… Großartiger Titel für ein Album voller Coverversionen!!!

2 otic Juni 27, 2010 um 13:15 Uhr
3 Pynchon Juni 27, 2010 um 22:29 Uhr

Ah ja, Lemonheads…immerhin, das können die Engländer schon, muss man ihnen lassen: musizieren!
he he he olé!

4 swo Juni 29, 2010 um 23:15 Uhr

Aber die Lemonheads sind doch aus Boston, oder verstehe ich nen Gag nicht?

5 RockinBen Juni 30, 2010 um 10:24 Uhr

Gemma Ray ist aus Essex, England…

6 Pynchon Juni 30, 2010 um 17:28 Uhr

Stimmt, RockinBen!
Ansonsten war mir natürlich jede kleine Gelegenheit recht, eine fußballerische Anspielung unterzubringen…welche guten Bands kommen übrigens aus Argentinien?

7 swo Juni 30, 2010 um 19:58 Uhr

JAJAJA..das weiß ich auch….aber der Kommentar von Pynchon laß sich so wie ich es verbessern würde….

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