Gary Go – dto.

von Hififi am 11. Dezember 2009

in Musik!

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Mit acht Jahren schreibt er seinen ersten Song, inspiriert durch die Fraggles, das Keyboard von vornherein als tonangebendes Instrument favorisierend. Gary Go ist in London aufgewachsen, das lässt sich recht schnell erahnen, wenn das selbstbetitelte Debüt im CD-Spieler rotiert. Gary Baker – Jahrgang 1985 – hat alles mitgenommen, was diese Weltstadt für ihn zu bieten hatte, vor allem musikalisch, und eigentlich vereint „Gary Go“ so ziemlich alles, was Britpop jemals groß gemacht hat.

Eine beeindruckende Vita gibt es dann auch noch zu vermelden, so hat Baker bereits als Sechzehnjähriger ein Aufnahmestudio von innen gesehen und dabei soll es bleiben. Fortan versucht er in fast jeder erdenklichen Position weltweit in den verschiedensten Studios Fuß zu fassen. Erst die Theorie, dann die Praxis, was natürlich nicht ganz stimmt, denn Songs schreibt er – wie wir ja schon wissen – schon seit seiner frühesten Kindheit. Dieses Album ist also sicher kein Schnellschuss, soviel scheint sicher.

Wie es sich für Britpop gehört, durchzieht die elf Songs eine leicht zynisch/ melancholische Note, wie wir es beispielsweise von Athlete gewohnt sind. Als stimmliche Referenz lässt sich praktischerweise perfekt deren Sänger Joel Pott heranziehen, dessen nachdenkliche Art des Gesangs Baker nicht gänzlich fremd zu sein scheint. Dass das nun wieder nicht ausreicht, um den Songs gerecht zu werden, beweist „Open Arms“ gleich an erster Stelle und in den höheren Lagen erinnert Gary Go eher ein wenig an Sting, insbesondere an dessen 94er-Hit „If I Ever Loose My Faith In You“. Aber ganz ruhig liebe Freunde, das soll ein Ausnahme bleiben! „Refuse To Lose“ lässt dann auch mal ein ordentliches Gitarrenriff auf seine Hörer los und steigert sich mit weiblichem Chor, Streichern und einem etwas gehetzter wirkenden Gary in ein furioses Finale. Danach dann wieder schwelgerisch: „Honest“ ist wie fast alle seiner Songs, ein ruhig gesetztes Pop-Kleinod, das gekommen ist, um zu bleiben. „Gary Go“ gefällt auch deshalb so gut, da es sich nicht dem Zeitgeist anbiedert, offensichtlich „trendgeeignete“ Einflüsse einfach nicht zu hören sind. Dadurch ist dieses Album zeitloser Pop geworden, was (auch wenn es vielleicht nicht so klingt) eines der größten Komplimente darstellt, die ich so vergeben kann.

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1 Hififi Dezember 11, 2009 um 13:19 Uhr

Sieht nen bisschen aus wie der otic, der Gary.

2 RockinBen Dezember 11, 2009 um 13:53 Uhr

hm, ich dachte, das wäre otic! die Biografie ein wenig geändert (wer Ahnung von Anglistik hat ist doch quasi Londoner) und ZACK zeitlosen Pop geschrieben und aufgenommen…

3 otic Dezember 14, 2009 um 11:22 Uhr

Mmh, ob ich unter dem Namen Oli Go auftreten würde?

4 Hififi Dezember 18, 2009 um 00:22 Uhr

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