Friska Viljor – Bielefeld Forum, 18.02.10

von Hififi am 21. Februar 2010

in Feierlichkeiten

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Vor etwas mehr als drei Jahren betraten sechs recht bescheuerte und mit Sicherheit auch nicht ganz nüchterne Schweden die Bühne des Forums. Allerdings die kleine, dort wo sich heutzutage die Raucherlounge befindet und noch nicht einmal als Mainact, denn zu der Zeit waren sie als Support für Eagle*Seagull unterwegs. „Bravo!“ war noch ganz jung und so liegt es in der Natur der Dinge, dass sie sich die Sporen erst noch verdienen mussten, was ihnen bereits damals recht gut gelang. Während Eagle*Seagull heutzutage etwas in Vergessenheit geraten sind, geht die Erfolgskurve bei Friska Viljor steil nach oben. 2007 als Supportband spielten sie noch vor 50-80 Zuschauern, eine etwa anderthalb Jahre später stattfindende Visions-Party erfreute sich achtbarer Frequentierung und im Jetzt ist das Forum annähernd ausverkauft. Wenn das nichts ist?! Und es hat sich einiges geändert, so gilt der Satz von Joakim Sveningsson Friska Viljor würden „Kindermusik mit erwachsenen Texten“ produzieren sicher nicht mehr in vollem Ausmaß. Die ausufernden „Lalalala“-Chöre – wie sie zuhauf auf „Bravo!“ zu finden waren, sind einer ansatzweise ernsthaften Note gewichen, die den Schweden gut tut. „For New Beginnings“ musste sich erstmal beweisen, denn mit einem Lausbubenstreich #3 wären sie sicher nicht ungeschoren davon gekommen. Hinzu gekommen sind nämlich unwiderstehliche Melodien, wie sie „If I Die Now“ bereit hält, wie sie wohlklingender wohl fast nur von den Landsleuten der Shout Out Louds kommen können. Der Vergleich liegt zumindest sehr nah, wenn an dritter oder vierter Stelle „If I Die Now“ erklingt und ich mir ein bisschen mehr Nähe zur Albumversion gewünscht hätte. Einer gewissen „Friskernisierung“ sind die neuen Songs auch heute noch unterworfen, womit gemeint sein soll, dass sich der Schalk im Nacken wohl doch nicht so schnell abschütteln lässt. Bevor es los geht, höre ich hinter jemanden sagen: “Der sieht ja ein bisschen aus wie Helge Schneider“. Gemeint ist Joakim Svenningsson, der etwas desorientiert aus glasigen Augen schaut, einen beachtlichen Vollbart und die dazu passende strähnige Langhaarpracht parat hält. Helge Schneider ist sicher nicht die schlechteste Referenz, wenn auch in diesem Fall von einer gelungenen Mischung aus ausgelassener Albernheit und ernsthaftem Muckertum die Rede sein soll. Ein schmaler Grat, ganz klar! Die Ukulele, das aufgeblasene Kinderklavier, die gebrochene Stimme Sveningsson , dessen Gesang doch immer nah am Helge Schneider-Humor zu ankern weiß, unbekannter weise, toll! Wer diese Art Humor nicht versteht, ist in OWL natürlich am anderen Ende der Theke angekommen. Und so geht ein WIRKLICH großartiger Abend mit Friska Viljor dem Ende entgehen, der Abend zuvor im Gleis 22 zu Münster war ausverkauft, wir haben also Schweden gesehen, die, und das glaube ich wirklich, noch ein ums andere Mal vorbeischauen werden. Nur zu!

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