Friedemann Weise – Ein bisschen Friede

von Hififi am 18. Oktober 2010

in Musik!

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Jetzt stellt euch vor, eure Eltern hätten euch den Vornamen Friedemann verpasst. Dann gibt es eigentlich nur noch zwei Möglichkeiten: entweder man zerbricht daran, oder hört auf, die Welt ernst zu nehmen. Dieser Friedemann hat es offensichtlich mit Humor genommen, „Ein bisschen Friede“ ist der beeindruckende Beweis wie wenig Ernsthaftigkeit mit Musik zu tun haben muss. Zwischen Helge Schneider und PeterLicht ist jedenfalls noch ein Platz frei, bzw. war.

Gleich in den ersten beiden Songs sind zudem Reminiszenzen an alte Rockhelden klar erkennbar. Wobei die Songs eigentlich nicht unterschiedlicher sein könnten. „Oliver“ ist Songwriter-Kram und „Hemd“ hingegen nervöser Agitpop. Was Friedemann Weise ansonsten von Songwritern hält – oder es vorgibt – lässt sich zum Ende des Albums unschwer herausfinden („Keine Songwriter“). Aber zurück zu den Rock-Opas. Die Solotröte in „Oliver“ deutet nämlich Tom Petty’s „Free Fallin‘“ an, während in „Hemd“ AC/DC-Gitarrengegniedel auftaucht, als ginge es sogleich mit „Thunderstruck“ weiter in die Vergangenheit. Das ist ja kein Zufall, der Weise hat halt interessante Ideen und scheut vor nichts zurück. Gut so! Auch wenn an fünfter Stelle „Deine Mutter“ aufs heftigste beleidigt wird, ist das nur konsequent. Konsequent zwischen den Stühlen und tief in den Nesseln. Weiter geht es mit Dub der Marke Gorillaz, erlaubt ist, was gefällt. Ob es nun uns gefällt scheint Friedemann Weise erst einmal egal zu sein, und die Unordnung auf „Ein bisschen Friede“ hat sicherlich Konzept, aber das kennt nur der Künstler selbst. Man muss ihm schon entgegenkommen und Humor haben (einen möglichst vielfältigen mit latenten Hang zum Schwachsinn), dann kann es was werden mit der neuen Weise-Platte.

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