Frank Goosen – Pink Moon

von Hififi am 3. September 2007

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„Pink Moon“ ist das wahrscheinlich bekannteste Lied eines der größten Musiker aller Zeiten: Nick Drake. Es kann nicht schaden zu wissen, dass Nick Drake sich mit 26 Jahren das Leben nimmt, auf dem Nachttisch liegt Camus´ „Der Fremde“, bevor man mit der Lektüre dieses wirklich sehr gelungenen Romans beginnt. „Pink Moon“ heißt auch das Restaurant des Protagonisten Felix Nowak, der, als er seiner großen Liebe begegnet, nicht umher kommt seine Vergangenheit auf zu arbeiten.

„Pink Moon“ beginnt merkwürdig distanziert, der Leser wird lange im Ungewissen gelassen, wohin es mit Felix Nowak gehen soll. Er langweilt sich zu Tode, weiß nicht mehr viel mit sich und seinem Umfeld anzufangen, schafft es kaum Interesse für seine engsten Vertrauten auf zu bringen, bindet sich aber aufs engste an fast wildfremde Personen. Und dann begegnet er seinem Vater, erst ist es nur eine wage Vermutung, Felix Nowak ist sich nicht sicher, ob er es wohl ist und eigentlich wird es auch nie ganz klar. Felix Nowak weiß es noch nicht, aber nach dieser schicksalhaften Begegnung bricht sein gewohntes Leben – eine Abfolge von Automatismen – auseinander und er muss sich mit sich und seiner Außenwelt auseinander setzen. Dann trifft er Evelyn und „Pink Moon“ droht zu einer gewöhnlichen Schnulze zu werden. Evelyn ist Felix´ Initialzündung, das weiß er nur noch nicht, weiß wieder nicht, was er fühlt, was er denken soll, er begreift erst durch eine Aneinanderreihung bizarrer Begegnungen, was er zu tun hat. Zwischendurch arbeitet Frank Goosen Felix´ Vergangenheit auf, so dass sich irgendwann ein zentrales Thema herauskristallisiert: Kindesmissbrauch.

Goosen ist hier weit davon entfernt „nur“ einen Pop-Roman abzuliefern, obwohl „Pink Moon“ unterhält wie einer, hier geht es um mehr als um Sex, Drugs & Rock ´n´ Roll, hier geht es um verletzte Seelen.

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1 Iain September 4, 2007 um 21:14 Uhr

Ha, Frank Goosen :o)

Habe eine sehr ambivalente Beziehung zu seinen Büchern, auf der einen Seite schreibt er einfach toll und ist ne coole Indie-Sau, auf der anderen Seite braucht man ihn nicht, gibt ja schließlich scho Nick Hornby.

Was ihn allerdings dann doch rettet, ist, dass er ehemaliger Schulkamerad und Exfreund meiner damaligen Englisch-Lehrerin ist (vgl. Britta in Liegen Lernen, das is se ;o)

Und er schreibt ja auch nicht bei Hornby ab, sondern hat eben ähnliche Themen.
Mal sehen, les ich vielleicht sogar ;o)

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