FOUND – Factorycraft

von Hififi am 18. April 2011

in Musik!

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Für Releases auf Chemikal Underground gelten andere Gesetze. Abgesehen davon, dass es anscheinend zwingend erforderlich ist, einen Vollbart sein eigen zu nennen, haben Bands wie Arab Strap, Aereogramme und Mogwai oberflächlich betrachtet wenig gemein. Schottland und eine allgemein recht verschrobenes Musikverständnis eint sie dann doch und Chemikal Underground Records bietet allerhand Käuzen ein Zuhause, sowie FOUND aus Edinburgh.

Gesucht haben wir nun eben nicht nach ihnen, aber jetzt wo wir sie schon mal gefunden haben, ist es umso erstaunlicher erst nach zehn Jahren Bandbestehen und dem dritten Album namens „Factorycraft“ von ihnen zu hören. Und auch wenn die erste Single „Machine Age Dancing“ mit seinem anfänglich verhallten Dream Pop Marke The Jesus & Mary Chain „singlelike“ beginnt, raubt die übernehmende Electronica dem Song seinen Wiedererkennungswert. Aber die erste Auskopplung darf gerne einmal ein wenig sperriger ausfallen. Z.B. „Johnny I Can’t Walk The Line“, wäre für FOUND-Verhältnisse wohl eher eine möglichst ecken- und kantenfreie Single gewesen, die Art sphärische/ reduzierter Shoegaze meets Indie-Pop, der gerne einmal nach Zehn im Radio laufen darf. Ein weiteres erwähnenswertes Detail betrifft die Stimme Ziggy Campbell’s, denn die ist wunderbar heiser und in den höheren Lagen muss Campbell sich gar ein wenig quälen, wie es der große Mark Oliver Everett schon seit Jahr und Tag zu tun pflegt. Aber besonders gelungen und vor allem schräg präsentiert sich an fünfter Stelle „Shallow“, denn die Slide-Guitar (allzu sicher lässt sich das allerdings nicht sagen) sorgt für herrlich schräge „Misstöne“, wie wir sie in einer sehr verzerrten Version auf „Loveless“ von My Bloody Valentine kennenlernen durften und The Electric Soft Parade lassen ebenfalls grüßen. Ein ziemlich beachtliches Album des Trios, welches wie die Faust aufs Auge zu Chemikal Underground passt.

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