Fleet Foxes – dto.

von Hififi am 11. August 2008

in Musik!

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So etwas hat die Welt noch nicht gehört! Hier verbindet eine Band (wenn diese Bezeichnung überhaupt zutreffend sein sollte) die unsterblichen Chöre der Beach Boys zu „Pet Sounds“-Zeiten mit einer gehörigen Portion Folk – der ganz bestimmt nicht anti ist – und steckt diesen Bombast in die Kirche. Diese völlig widersinnig erscheinende Mischung bezeichnet dieses Künstlerkollektiv selbst als „baroque harmonic pop jams“ und das scheint zu passen, mehr als das.

Wie kann etwas derart sakral Angehauchtes trotzdem Pop sein? Darin besteht für mich tatsächlich die eigentliche Kunst, denn schon auf besagtem „Pet Sounds“ schien diese Mischung doch ein wenig verschroben und hinterließ so einige Fragezeichen in den Augen der Hippie-Kommune. Aber ob das nun Sinn ergibt oder nicht, „Fleet Foxes“ ist jederzeit irgendwie tanzbar, oder doch zumindest erfühlbar, die Abgehobenheit eines Brian Wilson ist einfach nicht drin in diesen Juwelen. Hier werden sich mit Sicherheit die Geister scheiden, denn nachvollziehbar sind die elf Songs kaum, unterliegen immer wieder überraschenden Wendungen, die losgelöst von den Pop-Jams doch viel eher einem eigenständigen Musikentwurf nahe kommen. Hier liegt für mich auch die Hauptstärke des Debüts und (um es nicht zu vergessen) Songs wie „Your Protector“ sind ganz unabhängig von ihrer Erhabenheit dann doch Harmonic-Pop, denn zusammensetzen lässt sich das bandeigene Credo ja wie man möchte. Das Hauptaugenmerk liegt vielleicht aber doch auf dem Barock, die Gesangsharmonien jedenfalls sind atemberaubend vielfältig und glasklar gesungen, hier passt keine Hand zwischen die Fünf und ihren Mikros. Dieses Album zielt unmittelbar auf die Herzen seiner Hörer und versenkt seine Pfeile eines Armors würdig spielend leicht im goldenen Bereich. Ich bin sehr gespannt, wie und ob sie dieses Versprechen, dieses potentielle Album des Jahres, live umsetzen können. Zum Glück gibt es Gelegenheiten sich davon zu überzeugen.

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1 Dr.Gonzo August 11, 2008 um 16:29 Uhr

Ich kenne zwar das (noch) Album nicht, konnte sie ja aber live auf Haldern erleben. Es scheint tatsächlich so, als seien die Fleet Foxes einer Zeitmaschine entsprungen, die sie direkt von einem kalifornischen Beach der späten 60er in unsere Zeit transportiert hat.
Und den 5-stimmigen Gesang kann man wirklich nur noch als sakral, lupenrein und faszinierend beschreiben!!

2 Sterereo August 11, 2008 um 20:13 Uhr

Vor allem in diesem Spiegelzelt mit dem bunten Glas. Das war schon schön. Aber dazu später mehr. 😉

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