Feuerschwanz – Met & Miezen

von JonesKorn am 7. September 2007

in Musik!

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Blödelbands gibt es noch nicht genügend, also eilt herbei ihr Lauten und Geigen, kommet schnell ihr Schalmeien und Pfeifen, ergötzet uns mit eurem Spiel ihr Drehleyern und Tröten und betöret uns mit eurem lieblichen Gesange, oh Feuerschwanz. Was nach einem schnöden Karpfen klingt, ist in Wirklichkeit eine Band, die es sich zum Ziel gemacht hat die etablierten Mittelalterbands zum Zugpferd zu nehmen, um ihren tönenden Unsinn unter die Menschen zu bringen.

Musikalisch bewegen sich Feuerschwanz auf ihrem Langspieler „Met & Miezen“ sicher, meist jedoch einfach gehalten und wenig innovativ durch die Titel. Trotzdem klingt das ganze zumeist launig. Hier und dort ertönt neben den für dieses Genre bekannten Instrumenten auch mal ein elektrisches Saiteninstrument, was zwar zunächst ungewohnt erscheint aber wirklich gut passt und den betreffenden Titeln einen gewissen Reiz verleiht. Darüber hinaus wird man oft und gerne an andere Vertreter dieser Musik erinnert, ich selbst habe mich oft an Schandmaul erinnert gefühlt.

Wirklich hervorheben möchte ich nur Meister der Folter, Habe Mut sowie die im Grunde textlose Feuerkantate.

In Habe Mut finden sich solch tiefgründige Zeilen wie:

„Ist es denn für Dich verwunderlich, dass Dir die Seele bricht.

Wenn nichts als Zwang um Dich.

Komm bei Dir selber an. Und sieh Dich wie Du bist“,

die rein gar zu den sonst überwiegend pubertären Texte passen wollen:

„Bimm bamm bimm bamm

Der Glöckner von Notre Dame.

Bimm bamm bimm bamm

Darf heute an die Glocken ran“

(aus Der Glöckner).

Langer Rede kurzer Sinn: nüchtern wird dieses Album bei mir wohl eher wenig gespielt, jedoch hat es sehr gute Chancen, auf den nächsten Feiern aufgelegt zu werden. Die (fast immer) belanglosen Texte und die stimmigen Melodien eignen sich vermutlich wunderbar als Hintergrundbeschallung, um bei guter Laune ein paar Bier – oder Met – zu verdrücken. Davon abgesehen werde ich mir diese Band mit großer Sicherheit (wenigstens) einmal live ansehen.

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{ 3 Kommentare… read them below or add one }

1 Sterereo September 8, 2007 um 13:04 Uhr

Ich glaube da muss ich schon mich besinnungslos besoffen haben um sowas durchzustehen. Aber da merkt man mal, dass man hier alles rezensieren kann. Selbst Mittelalter-Blödel-Rock. Au weia.

2 otic September 9, 2007 um 13:26 Uhr

GRAU – EN – VOLL !

3 JonesKorn September 9, 2007 um 16:40 Uhr

Wie schon gestern kurz mit Hififi besprochen war ich selbst gespannt, ob’s überhaupt eine Veröffentlichung des Textes hier gibt *g*

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