Feist – Let It Die

von Hififi am 2. Juli 2006

in Musik!

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„Let It Die“ entstand in Paris, der Stadt der Liebe. Den üblichen Kitsch gibt es trotzdem nicht zu hören, dafür ist Leslie Feists erstes Soloalbum zu abwechslungsreich und originell. Ihre glockenhelle – zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftige – Engelsstimme bringt ihre zwölf Songperlen erst recht zum strahlen, die zusammen ein völlig ungewöhnliches Popalbum ergeben.

Die Reputation der 30-Jährigen ist umwerfend; als Partnerin von Chilly Gonzalez, oder als eine von vielen der Broken Social Scene, überall hört man ihre unverkennbare Stimme zwischen Björk und Nina Persson heraus. Neu ist „Let It Die“ nun wirklich nicht mehr, und dass in allen Belangen, aber man hört die Weltenbummlerei ihrer Protagonistin heraus, so sind die Einflüsse auf diesem Album definitiv beeindruckend vielfältig. Ein Bee Gees-Cover („Inside And Out“) in einer Reihe mit einem Traditional („When I Was A Young Girl“) und immer wieder Sade-Anleihen, in der Piano-Bar-Version („Gatekeeper“ die 2.) bekommt man wahrlich selten zu hören. Unterstützung gibt es unter anderem von den Kings Of Convinience („Mushaboom“) oder Ron Sexsmith, der ihr gleich einen ganzen Song kredenzt. „Secret Heart“ besticht durch eine abgefahrene Mischung aus Flamenco-Gitarren, Billig-Synthie-Fiepen und einem Gospel-Chor, der direkt aus den Fünfzigern importiert zu sein scheint, und es ist deutlich Sexsmiths Handschrift zu hören.

Voller Tiefgang und berührender Traurigkeit ist „Now At Last“, hier geben sich Ron Sexsmith und Elvis Costello die Klinke in die Hand, nur dass sie wohl nie solch eine fragile Stimmung transportieren werden. „Now At Last“ klingt nach dem romantisch/ verklärten Rückblick auf eine längst vergangene Liebesbeziehung. Der Titeltrack transportiert eine ähnliche Stimmung und besticht durch weise Worte: „The saddest part of a broken heart/ isn’t the ending so much as the start“.

Das schöne an diesem Album ist vor allem, dass man es tatsächlich in jeder Stimmungslage hören kann. Hier wird kein Singer/ Songwritertum für schwer Depressive geboten, sondern ausgewogene Pop-Kunst in Reinkultur. Hier braucht also wirklich niemand Befürchtungen haben.

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{ 1 Kommentar… read it below or add one }

1 Sterereo August 2, 2006 um 05:38 Uhr

Eventuell handelt es sich hierbei doch nicht um den Erstling der süßen Kanadierin mit der Engelsstimme. Habe gerade das hier gefunden: http://en.wikipedia.org/wiki/Monarch_%28Lay_Your_Jewelled_Head_Down%29

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