Feeder – Silent Cry

von am 4. Juli 2008

in Musik!

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Nach dem Freitod des Schlagzeugers Jon Lee 2002 war eine deutliche Tendenz zu ruhigeren Tönen bei Feeder zu erkennen. Auf „Comfort in Sound“ quasi als tränenreicher Abschied an Jon Lee und auf „Pushing The Senses“ dann stark beeinflusst von einer Zusammenarbeit mit Fran Healy von Travis in Richtung modernem, melodieverliebtem Britpop. Das die härteren Töne auf den letzten beiden Alben fehlten mag auch einfach daran liegen, dass Jon Lee – seineszeichens Metaller – sich für diese Elemente verantwortlich zeigte. 2005 folgte dann, vielleicht auch, um sich noch einmal bewusst zu machen, was man in 13 Jahren Bandgeschichte so an Songs geschrieben hat, eine Singles-Collection und im Anschluss eine fast drei-jährige Bandpause.

So kann man das neue Feeder Album fast schon als Comeback bezeichnen, auch als Rückbesinnung? Rückbesinnung, warum das? Man merkt „Silent Cry“ schnell an, dass Feeder nicht zurück blicken wollen, unter den alten Songs sind natürlich viele Hits, die von den Fans auch heute noch abgefeiert werden, der ganz große Durchbruch war dennoch nie dabei, auch wenn Feeder seit 1992 vielen jungen Bands, z.B. Coldplay, Travis, Keane, etc. mit ins Rampenlicht verholfen haben, Feeder selbst sind aus irgendeinem Grund immer knapp an eben diesem vorbeigeschlittert. Deshalb würde eine Rückbesinnung für Feeder vielleicht auch eher einem Rückschritt gleichkommen. Zumal mit Mark Richardson von Skunk Anansie längst ein Schlagzeuger fester Bestandteil der Band ist, der nichts mit der Bandvergangenheit zu tun hat. Ist „Silent Cry“ also der seit dem Tod Jon Lee lang erwartete längst überfällige Neuanfang dieser Band? Klares Jein. Die Songs auf „Silent Cry“ symbolisieren den Sound, den die Band seit dem Einstieg von Mark Richardson entwickelt hat, also erst einmal nichts Neues. Aber die Songs sind auch bei weitem nicht mehr so schwermütig, wie noch auf den letzten beiden Alben, ein Zeichen also, dass mit dem Tod von Jon Lee abgeschlossen wurde und die Band wieder unbeschwert drauf los spielen kann. Was das Waliser Trio um Grant Nicholas hierbei aus dem Hut zaubert ist Stadionrock der besseren Art. Leichtfüßig, rockig, hymnig, britisch, alles andere als cool also, für Coolness gibt es ja heute Foals oder MGMT. Keine Revolution, die dürfte nach 16 Jahren Bandgeschichte vermutlich auch nicht mehr eintreten, aber die optimale Sommer-Brit-Pop-Platte zum Autofahren oder für die eigene Grillparty können Feeder immer noch abliefern.

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