Extra Life – Secualar Works

von Benjamin am 14. Mai 2009

in Musik!

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Eine Band, die es schafft, 5 Songs auf ein 7-Track-Album zu packen, die länger als 7 Minuten und 30 Sekunden sind und trotzdem spannend klingen, dieser Band gehört mein Respekt. Extra Life sind schon sehr speziell und diese Mischung aus experimentellem Rock, klassischen Elementen, aggressivem Bass, beruhigenden Streichern habe ich so noch nie gehört.

Der Opener „Blackmail Blues“ steigt mit toolartiger Instrumentierung ein. Im Laufe des Songs werden dann Wörter oder eher Wortfetzen in Dauerschleife wiederholt (geloopt?) und zu einem weiteren Rhythmusinstrument. Dazu dieser Gesang, der an mittelalterliche Vokalmusik erinnert und desöfteren im Kehlkopf produziert wird. Wer das jetzt liest, wird keine Lust haben, da mal reinzuhören, aber eben darum sollte man reinhören! Es ist extrem, aber immer packend, melodisch und irgendwie romantisch. Im zweiten Song „I don’t see it that way“ – auch 8min lang – gibt es ein Wechselspiel zwischen dem harten Drumming, Bassslapping und Gitarrenchords und dem mit Streichern unterstützten Gesang. Ein Pauke, gezupfte Gitarren, gequälte Violinen, melodischer meditativer Gesang, diverse Percussions werden in über 10min in „I’ll Burn“ so unterschiedlich eingebracht, aber immer an der richtigen Stelle. Der Song ist ein wenig ruhiger und erinnert an die Dirty Projectors, mit denen der Sänger und Komponist von Extra Life, Charlie Looker, auch schon zusammengearbeitet hat. Nach diesen drei Songs ist die erste Hälfte der Scheibe auch schon um.

„The Refrain“ erinnert irgendwie an The Smiths. Düster beginnt „This Time“, die Gitarre schon sehr langsam, aber ganz allmählich baut sich der Song auf, wobei die Drums hier eine wichtige Rolle spielen. Das abschließende „Bled White“ beschränkt sich dann komplett auf den Gesang und erinnert an den Sologesang eines Pastors (ok, der Text müsste noch geändert werden) am Ende eines Gottesdienstes. Insgesamt bleibt, dass dieses Debüt von Extra Life mal was ganz anderes ist. So habe ich Musik noch nie gehört. „Secualar Works“ kann in vielen Situationen des Lebens einfach nur nerven, aber in den richtigen Situationen gehört, hat sie was unglaublich befreiendes! Mein anfängliches Kopfschütteln ist einem bewundernden Staunen gewichen. Also, den Mut beweisen und reinhören!

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