Etepetete – Extrageil

von Hififi am 3. März 2011

in Musik!

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Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht: Etepetete sind besser als gedacht, aber so gut dann auch wieder nicht, aber eher gut als schlecht, sie bedienen halt diese Art Grauzone, die Kopfzerbrechen bereitet. Und ganz nett ist immer noch der kleine Bruder von Scheibenkleister. Ein Albumtitel wie „Extrageil“ wagt vielleicht den Schulterschluss zu Extrabreit, aber weckt ebenfalls schlimme Befürchtungen.

Die Befürchtung es handele sich um eine reine Spaß-Punkband lässt sich Gott sei Dank nach dem ersten Durchlauf entkräften. Es gibt einiges an Nachdenklichkeit zu verzeichnen, den Säufer-Blues/ Punkrocker „Tüpfelchen auf dem i-Punkt“ vorangestellt, sind die Vier recht eindeutig daran interessiert Ton Steine Scherben-Alltagsbeobachtungen zu vertonen, die selbstredend nicht nur berichtet, sondern ganz klar kommentiert werden und sei es nur durch das rotzige Organ von Pauli Microwitsch.

Der Anfang ist durchaus etwas holpriger, denn „Inge goes to Hollywood“, stolpert eben ein wenig über die Hives, nach denen aber eben auch schon lange kein Hahn mehr kräht. Irgendwie nett/ sympathisch sind ganz nebenbei die Art norddeutsch Brösels Wernersens nachempfunden Umlaute, die gerne Vokale ersetzen, eben rotzig klingen – Deutschpunk halt. Die meiste Zeit geht es eh ums Saufen, allerdings nicht (nur) in der typischen „wir saufen nen Kasten und ziehen um die Häuser“-Manier sondern durchaus reflektiert. Spaß-Punk ist eben auch wieder anders. Und so punkig sind Etepetete dann wiederum nicht – es gibt ein paar einschlägige LedZep/ Wolfmother-Riffs zu vermelden.

Und eben deshalb mein Urteil: Ganz nett ist eben manchmal auch der kleine Bruder von ordentlich ist nicht untertrieben.

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