Eskobar – Death in Athens

von Sterereo am 28. August 2008

in Musik!

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Schönheit und Vergänglichkeit. Was klopft da im Hinterkopf? Klar: Antike, Säulen und dazu ein paar schlaue Büstenköpfe. Auch Eskobar verkitten einiges an Marmor ihrer bröckelnde Fassade vergangener Duett-Tage und schleifen ihr aktuelles Album „Death in Athens“ mit poppigen Songs glatt, jedoch ohne die kleinste Spur in der aktuellen Indie-Landschaft zu fräsen.

Das merkten schon die schwedischen Landsmänner, als das Trio beim heimischen Vorentscheid zum unsäglich Ostblock-Grand Prix der Volks/Pop-Musik auftrat. Mit „Hallehluja New World“ und per Wildcard ins Finale gehievt werden sie dort direkt in Runde 1 geschasst. Dabei tönt hier versöhnlich die Vision einer neuen Welt durch die Musik, geschultert von einer naiv-glücklichen Melodie. Kriesensicherer Radio-Pop, der trotzdem etwas zu durchschaubar scheint. Als Gutmenschen unterstellen wir Eskobar jedoch einfach eine unheilbare Liebe zum Indie-Pop. Das äußerst sich manchmal mehr in Richtung Tanzfläche („You Can’t Hear Me“) oder Herz („Thinkin’ About You“). Dem flotten „Flat Earth“ fehlt zwar nicht die Breite, fragt zur allgemeinen Verwunderung aber nach Queens „Scaramoush“. Wir denken uns mal dazu: „Will you do the fandango?“. Die Augenbrauen bleiben hochgezogen als wenig später nicht nur der Songtitel „Ready Or Not“ sondern auch der Text an ein dunkelhäutiges Trio erinnert. Diesmal verschwindet Enyas griffiges „Boadicea“-Sample jedoch vollends in der Ratlosigkeit des Covers. So seltsam die Ideen und sympathisch die Umsetzung bleibt letztendlich die Ummodelung des Klassiker nur eine Randnotiz. Übrigens, der Neo-Messiahs Barack Obama bezeichnet den Song als seine uneingeschränkte Lieblingsnummer, allerdings in der Fugees-Version, versteht sich.

Mit „Death in Athens“ liefern Eskobar kein schlechtes Gesamtwerk ab. Mit soliden bis pompöse Songkonstrukte steht das Album auf festem Fundament, schafft es aber leider nicht die Tiefen auszuloten, die Genrekollegen wie „The Helio Sequence“ oder „Slut“ bereits am Anfang dieses Jahres erreicht haben.

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