Eric Fish – Druckerei Bad Oeynhausen, 12.05.2007

von JonesKorn am 16. Mai 2007

in Feierlichkeiten

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Mit dem obligatorischen wenigstens-einmal-Verfahren (und sei es aus Prinzip), der für diese Konzerte üblichen leichten Verspätung und ohne Barhocker – dem etwas unflexiblen Personal sei Dank – ging es am Samstag, 12. Mai 2007 im Begegnungszentrum Druckerei in Bad Oeynhausen zum Konzert von Eric Fish.

Keine Vorbands, ein gemütliches Publikum und die ersten Reihen vor der Bühne mit Kissen und Decken ausgelegt; so kennt man und so liebt man diese Konzerte. Dazu brennen Kerzen auf der Bühne.

Nach einer freundlichen Begrüßung wurden die Gitarren zu neuer Musik geschwungen. Das Album “Gegen Den Strom“ ist noch recht frisch und entsprechend unverbraucht kommen die Klänge live daher. “Steh auf“ klingt dennoch verdächtig bekannt, sofort kommt mir “Summer in the city“ in der Joe Cocker Version in den Sinn. Neben den drei Gitarren kommen zwischendurch ein Keyboard und auch mal ein Cello zum Einsatz. Das Keyboard häufiger, das Cello sowohl gezupft wie gestrichen mit angenehmen tief-sanften Tönen in einem interessanten Kontrast zu den fingerangeschlagenen Gitarren.

Die meisten Stücke werden kurz von Eric eingeleitet, zwischendrin gibt es immer wieder den Dialog mit dem Publikum. Das “dei-dei-de-dei“ wird jetzt offensichtlich in einem gänzlich anderem weil schnellerem Takt gesungen; das alte mochte ich lieber. Es gilt die “dei“s einer kompletten Runde zu zählen, die Gewinnerin darf als erste aus der sozialisierten Whiskyflasche trinken, die durchs Publikum kreist und dieses Mal tatsächlich die hinteren Reihen und somit auch uns erreicht. Auch das ist eines der Rituale, die es zu pflegen gilt. Und wie es der Zufall will: wir sind zu dritt, mein Kumpel links von mir erhält als erster die Flasche, nimmt den vorletzten Schluck, ich in der Mitte den letzten, rechts von mir sitzt unser Fahrer. Alle sind glücklich, die Flasche landet neben der Sammlung Bieraltglas auf unserem kleinen Stehtisch.

Nachdem mit “Anders sein“ endlich eines meiner Lieblingsstücke lief ist irgendwann Pause. Ich verfluche meine Entscheidung, zwei T-Shirts angezogen zu haben. Obwohl dieses ein reines Zuhörkonzert ist, wird die Luft unheimlich warm und stickig. Der kleine Saal ist gut gefüllt, die Stimmung ausgelassen und durchgängig gut. Außerdem beginne ich meine Digitalkamera für ihre miserablen Blitzlichtqualitäten zu hassen. Das jetzt freundlich erscheinende Personal räumt für uns die Flaschen weg, lässt dabei geistesgegenwärtig die Whiskytrophäe an ihrem Platz und nach einer kurzen Proviantaufstockung geht es in die zweite Runde.

Ebenfalls mehr oder weniger traditionell ist dies die Zeit für Erics Solopfade, an diesem Abend werden aber leider keine Dudelsäcke oder Schäferpfeifen geblasen. Es gibt weiter frisches Material, ein Gastmusiker (Daniel?) singt ein eigenes Stück, dessen Titel mir sicher bald wieder einfällt, das Cello kommt noch einmal voll zur Geltung und bei ich-weiß-nicht-mehr-welchem-Stück gerät Rainer völlig aus der Fassung und lacht mehr, als dass er Gitarre spielt.

Man staunt, wie es immer wieder gelingt, ernsthafte Themen (“Der Zocker“) rüber zu bringen, ohne dabei in die oft bei solchen Texten anzutreffende Schwere zu verfallen. Musiker und Zuhörer umspielt eine Leichtigkeit, die sehr angenehm ist, trotzdem hat man das Gefühl, dass jeder versteht, dass diese Texte etwas aussagen möchten.

Einziger persönlicher Wermutstropfen dieses Abends ist das Fehlen von “Ehrlich will ich bleiben“ sowie “Julia und die Räuber“ (von Subway To Sally), aber das ist zu verkraften. Nach der Zugabe geht dann schnell das trübe Licht an und die kleine Gemeinde teilt sich in die eiligen nach-Hause-Fahrer und die ruhigeren noch-ein-Bierchen-Trinker. Meine Kamera hat das erste Bild mit Band um 20:25 Uhr aufgezeichnet, das letzte um 00:42 Uhr. Mit einer halben Stunde Pause kommen wir so auf eine Spielzeit von gut vier Stunden für fünfzehn Euro inkl. Versand und VVK Gebühren pro Karte. Auch das ist beides absolut im Rahmen für Eric Fish Konzerte. Insgesamt also ein typischer Verlauf mit kleinen Überraschungsmomenten wie dem Cello und der jetzt von Autogrammen verzierten Flasche Tullamore Dew, die seit Sonntag unser Wohnzimmerregal ziert. Meinen Dank an die nette Veranstalterin, die Stift sowie die Unterschriften aus dem “Backstage“ besorgt hat.

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